Luo Guanzhong

Die Drei Reiche

Roman. Zwei Bände
Cover: Die Drei Reiche
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783100270412
Gebunden, 864 Seiten, 99,00 EUR

Klappentext

Aus dem klassischen Chinesischen übersetzt und herausgegeben von Eva Schestag. "Die Drei Reiche" erzählt von der heroischen Epoche Chinas im 2. und 3. Jahrhundert. Das Reich war zerfallen, der Kaiser hilflos. Alle Macht gehörte Generälen, Eunuchen, intriganten Witwen, genialen Strategen und todesmutigen Helden. Erst hundert Jahre später, nach zahllosen Schlachten und Feldzügen von der Mongolei bis nach Vietnam, war das große Reich wieder geeint. Nie zuvor gab es eine vollständige Übersetzung der "Drei Reiche" ins Deutsche. Die Sinologin Eva Schestag schließt endlich diese große Lücke in unserer Kenntnis über das Reich der Mitte. Immer wenn China sich selbst und seine Geschichte verstehen will, beugt es sich über die "Drei Reiche". Monumentalfilme, Fernsehserien und Videospiele beziehen sich darauf. Diese Faszination eröffnet uns die gesamte Kultur Asiens.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.07.2017

Von Mao geliebt und noch heute von chinesischen Politikern als Orientierungshilfe geschätzt, freut sich Rezensentin Katharina Borchardt, dass dieser Klassiker über den Untergang der Han-Dynastie nun erstmals in kompletter deutscher Übersetzung vorliegt. Auf knapp 1700 Seiten liest sie hier nach, weshalb das Imperium nach der Abdankung des Han-Kaisers um 200 nach Christus in drei Teilreiche zerfiel. Die Aufgabe, den im dritten Jahrhundert abgefassten und 1680 noch einmal redaktionell bearbeiteten Text zu übersetzen, meistert die Sinologin Eva Schestag brillant, lobt die Kritikerin: Die Dialoglast des Textes, in dem zahlreiche Figuren über die politische Situation diskutieren, macht die Lektüre zwar naturgemäß etwas zäh, Schestag gelingt es aber, viele Passagen poetisch, leicht und humorvoll erscheinen zu lassen, versichert die beeindruckte Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2017

Ein "Schatzkästchen" nennt Rezensent Steffen Gnam Chinas Nationalepos "Die Drei Reiche", das nun erstmals in vollständiger und originell kommentierter Übersetzung durch Eva Schestag auf Deutsch vorliegt. Viel chinesische Geschichte, viel Fiktion, ein wenig Lyrik und jede Menge Weisheiten findet er darin, interessante, vielschichtige Figuren streiten und kämpfen um die Vorherrschaft, fehlbare Helden führen blutige Schlachten an und hecken komplizierte Strategien aus und komplexe widersprüchliche Wertvorstellungen führen zu spannungsreichen Auseinandersetzungen. Kurz: ein Buch, dessen eindrucksvolle Szenen sich auf vielfältige Weise in die Kultur und Geschichte Chinas sowie ins Bewusstsein des Volkes eingeschrieben haben, erklärt der ehrfürchtige Rezensent, auf den diese Jahrhunderte überdauernde Geschichte einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2017

Rezensent Ludger Lütkehaus ist glücklich, dass die Sinologin Eva Schestag Luo Guanzhongs im 14. Jahrhundert entstandenes monumentales Epos "Die drei Reiche" in einer exzellenten Übersetzung und Kommentierung erstmals vollständig ins Deutsche übertragen hat. Entsprechend begeistert liest der Kritiker hier die ebenso spannend wie unterhaltsam und zugleich lehrreich erzählte Geschichte der drei Reiche Shu, Wu und Wei, die von den dynastischen Kämpfen erzählen, die das Ende der Herrschaft der östlichen Hanchinesen einleiteten. Tief beeindruckt folgt der Rezensent den in gnadenloser Brutalität geschilderten Kriegen und Foltermethoden, lernt chinesische Geschichte und Weisheiten kennen und staunt, wie "frappierend modern" die Kapitelanfänge und -schlüsse sind, die scheinbar Formen des auktorialen Erzählens vorwegnehmen.
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