Lukas Jüliger

Unfollow

Cover: Unfollow
Reprodukt Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783956402173
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Dass Earthboi, der so alt ist wie das Leben auf der Erde selbst, sich ausgerechnet zu unserer Zeit in menschlicher Form manifestiert, kann kein Zufall sein. Er kennt die Natur und ihre Lebewesen in allen Facetten, er hat ihre Entstehung beobachtet und begleitet. Und nun betrachtet er entsetzt die verheerenden Auswirkungen des Anthropozäns auf die Natur, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Er entwickelt eine App, die UserInnen ein ökologisches Bewusstsein "einpflanzt" und wird zu einem globalen Anführer, einer Art Messias, dessen Anhängerschar stetig wächst. Ist die Rettung des Planeten vereinbar mit der Rettung der Menschheit? Lukas Jüligers "Unfollow" stößt mitten in die Klimadebatte. Kritisch setzt er sich mit aktuellen Fragen auseinander: Gibt es alternative, nachhaltige Lebensentwürfe? Wie gehen wir mit den gewaltigen ökologischen und sozialen Umwälzungen als Folge des Klimawandels um, mit denen wir uns künftig immer stärker konfrontiert sehen werden? Und ist ein Personenkult im digitalen Zeitalter plan- und konstruierbar?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.09.2020

Sehr, sehr beeindruckt zeigt sich Rezensent Klaus Humann in seiner Besprechung, die zunächst kaum ahnen lässt, dass es um ein Buch für Jugendliche geht. Er lobt die Grafiken, die ihn an japanische Zeichnungen  erinnern, ebenso wie die Geschichte selbst, die sich von der eines "Umwelt-Messias" über die seiner "Jünger" entwickelt, bis es zum Umschlag ihres Projekts kommt, das die Erde retten sollte. Etwas, das mit Bildern der Natur und ihrer "Unschuld" begonnen hat, endet schließlich, so der hingerissene Kritiker, der Bilder und Narrative höchst "vielschichtig" findet, in Wahnsinn und Gewalt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.08.2020

Rezensent Christoph Haas hat zwei neue Comics zur Klimakatastrophe gelesen. In Lukas Jüligers "Unfollow" wird mit "Earthboi" eine Art Messias in die Umweltzerstörung hineingeboren, der im Wald eine Schar von Influencer-Jünger*innen um sich herum versammelt, erzählt der Kritiker. Er bescheinigt Jüliger ein großes Talent, mit seinen Bildern eine beklemmende Stimmung zu erzeugen, wirft ihm aber zugleich vor, erzählerisch zu viel zu wollen: Durch die gleichzeitige Thematisierung von "Japanophilie und Influencer-Kultur, Klimakrise und Weltrettung, Sekten- und Amokwahn" entstehen dem Rezensenten zufolge einige Unklarheiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2020

Rezensent Andreas Platthaus musste lange warten auf den neuen Comic von Lukas Jüliger. Es hat sich gelohnt, verspricht der Rezensent, den an der Geschichte um die umfassende Desillusionierung eines Youtube-Influencers neben dem Thema vom "geplatzten Traum von der Partizipation im Netz" vor allem die grafische Form interessiert. Jüliger erzählt die Story ohne Sprechblasen, Panelrahmen und Lautmalerei, erklärt Platthaus, und ahmt so die "Instagram-Ästhetik" nach. Die dystopische Geschichte vom Ende einer Kommunikationsstruktur, meint Platthaus.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.06.2020

Rezensent Thomas von Steinaecker setzt auf Lukas Jüligers Comic im Rennen um die deutschsprachige Graphic Novel des Jahres. Die Geschichte eines Christus der Öko-Aktivisten, einer "männlichen Greta", die aus dem Wald digitale Botschaften an ihre Follower schickt, erzählt Jüliger laut Rezensent aus der Sicht der Jünger immer nah und empathisch an den Figuren, spannend und stilistisch passend. Dass die Begleittexte "hölzern" wirken, kann Steinaecker verkraften. Die Message scheint für ihn in den Zeichnungen zu liegen.
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