Lukas Bärfuss

Stil und Moral

Essays
Cover: Stil und Moral
Wallstein Verlag, Göttingen 2015
ISBN 9783835316799
Gebunden, 235 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Wenn Lukas Bärfuss über die großen Begriffe nachdenkt: Freiheit, Lüge, Raum, Zeit, "Wo bin ich hier?", dann geschieht das nie im im luftleeren Raum der Abstraktion. Immer erzählt er Geschichten. Er ist neugierig auf die Welt, auf das Kleine und auf das Große. Vor allem wendet er den Blick auf die Menschen, auf die Beziehungen zwischen ihnen: in der Liebe, der Arbeit, der Politik, in der Kunst. "Warum schweigen die Schriftsteller?", fragt Bärfuss fordernd. Er will sich einmischen, und er sieht sich dazu sogar in der Pflicht. Seine biografischen Erfahrungen am unteren Ende der Gesellschaft mögen den Blick geschärft haben für Ungerechtigkeiten und für wohlfeile Ratschläge. Er weiß: Die Antworten sind nicht umsonst zu haben, sie müssen in den Widersprüchen gesucht werden und bleiben zwiespältig. Immer wieder spielt Bärfuss in modellhaft durch, in welches Dilemma einer geraten kann, der im moralischen Sinn richtig handeln will.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2015

Oliver Jungen frohlockt: Außer Schweizer Käse hat die Eidgenossenschaft noch etwas viel Luzideres hervorgebracht, die Sprache des Lukas Bärfuss nämlich, der hier in seinen Essays laut Rezensent als super Nestbeschmutzer auftritt und das Kulturbürgertum, zu dem er sich selber rechnet, den Eskapismus und gleich die ganze westliche Moderne ausspeit. Kämpfernatur, nennt Jungen das, Hoffnung und Gewissen der Nation. Ob beim Theaterbesuch oder im Skiurlaub - immer gelangt der Autor laut Jungen kritisch vom Persönlichen zum Allgemeinen, mit unbestechlichem, höchstnötigem Blick, meint Jungen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 25.04.2015

Der Mann wird gebraucht, und zwar hier und jetzt, meint Martin Ebel, damit einem der hier enthaltenen Essays widersprechend, in dem der Autor mit großer Keule Literatur und Lesen als unsinnig angesichts der Verhältnisse anprangert. Von wegen, so Ebel. Wenigstens, wenn es um die Einlassungen des Schweizers geht, den Ebel wegen seines vielseitigen Engagements mit Frisch vergleicht, will er entschieden widersprechen. Das Lesen dieser Texte, in denen Lukas Bärfuss nach Alternativen sucht für eine Lebensweise auf Kosten anderer und der endlichen Ressourcen unseres Planeten, in denen er scharf und radikal ein weites Feld, vom Theater bis zur Rüstungsproduktion abarbeitet, findet Ebel, ist unbequem und extrem erkenntnisfördernd.

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