1870 ereignete sich in Rom ein politisches Erdbeben: Der seit dem 8. Jahrhundert bestehende Kirchenstaat existierte nicht mehr und italienische Soldaten trieben dem Vatikan mit Gewalt die letzten politischen Ambitionen aus. Der Papst hat keine Truppen mehr und keinerlei politische Machtmittel. Und doch verzeichnet das 20. Jahrhundert den beispiellosen Aufstieg des Papsttums. Ludwig Ring-Eifel zeichnet die atemberaubende Geschichte dieses Aufstiegs auf. Er verschweigt die Affären und Abgründe päpstlicher Politik und Geheimdiplomatie nicht, aber er enthüllt auch kenntnisreich den singulären politischen Beitrag der Päpste: Johannes XXIII., der tausenden von Juden das Leben rettete und entscheidend bei der Lösung der Kubakrise half; Johannes Paul II., der die Weichen zum Fall des Eisernen Vorhangs stellte und zur internationalen Galionsfigur des Widerstandes gegen Bushs Irakkrieg wurde ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2004
Ludwig Ring-Eifel erzählt die "Geschichte eines überwältigenden Erfolges", die vor allem an das "Ausnahmepontifikat Johannes Pauls II" geknüpft ist, und der Rezensent Thomas Brechenmacher stimmt ihm nicht nur zu, sondern findet auch, dass der Autor seine riesige Stoffmenge geschickt, zugänglich und mit gut gesetzten Schwerpunkten verarbeitet habe. Der Erfolg, von dem hier die Rede ist, wird schon im Titel des Buches benannt: Der Vatikan spielt auf der politischen Weltbühne eine beträchtliche Rolle, nachdem er im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aller Macht zur Einflussnahme verlustig gegangen war. Ring-Eifel, so der Rezensent, liefert eine Darstellung der Papstgeschichte seit 1870, die "sachlich, hervorragend informiert, im guten Sinne populär" ist und sich vor allem dadurch von der Masse der Veröffentlichungen abhebt, dass sie mehr zu bieten habe als vermeintliche Enthüllungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.11.2004
Rezensent Markus Brauck findet Ludwig Ring-Eifels "Weltmacht Vatikan. Päpste machen Politik" recht aufschlussreich. Der Autor schildere die Doppelrolle, die der Papst als staatlices und religiöses Oberhaupt spielt, und zeige, wie der Vatikan seinen diplomatischen Einfluss nutze, um in der Weltpolitik mitzumischen. Die Grundzüge der vatikanischen Diplomatie, einerseits moralische Instanz zu sein und andererseits für eigene Interessen zu arbeiten, stelle Ring-Eifel "sehr sachlich" dar. Brauck hebt hervor, dass Ring-Eifel nebenbei ein "überraschend ausgeglichenes Porträt" des jetzigen Papstes gelingt. Ring-Eifel sei kein Gegner dieses Papstes, gehe aber auch nicht dem Mythos Johannes Paul II. auf dem Leim. Den politischen Mut dieses Papstes und mancher seiner Vorgänger führe er plastisch vor Augen. Vor allem aber zeige Ring-Eifel, "wie nah die "Weltmacht Vatikan", die in der Tat keine Divisionen hat, immer wieder am Rand der Ohnmacht vorbeischrammt".
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