Ludwig Richter

Die Deutsche Volkspartei 1918-1933

Droste Verlag, Düsseldorf 2002
ISBN 9783770052431
Gebunden, 863 Seiten, 84,80 EUR

Klappentext

Die Geschichte der Deutschen Volkspartei (DVP) ist ein Spiegelbild der Weimarer Republik. 1920-1931 an fast allen Reichskabinetten beteiligt, hatte die rechtsliberale Mittelpartei eine Schlüsselstellung inne. Gustav Stresemann, 1923 bis zu seinem Tod 1929 Reichsaußenminister, bestimmte den Kurs der Partei, die nur vorübergehend vom Terrainverlust der Deutschen Demokratischen Partei, der liberalen "Verfassungspartei", hatte profitieren können. Der Graben zwischen beiden Parteien war unüberbrückbar, vertiefte sich unter dem Einfluss des schwerindustriellen Flügels, seit Eduard Dingeldey 1931 die Parteiführung übernommen hatte. Der Zwangsliquidierung kam die DVP 1933 durch Selbstauflösung zuvor. Die Studie untersucht die Rolle der DVP im politischen Kräftefeld, ihre organisatorische Struktur, den Prozess der innerparteilichen Willensbildung, das Sozialprofil von Mitgliedschaft und Führungspersonal sowie das wechselvolle Verhältnis von Stresemann zu seiner Partei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2002

Rainer Blasius lobt Richters Geschichte der DVP als "umfassende und gut schriebene Gesamtdarstellung" der Stresemann-Partei, die bis Oktober 1931 an fast allen Reichskabinetten der Weimarer Republik beteiligt war. Blasius beschränkt sich in seiner weiteren Besprechung allerdings vor allem darauf, die Kernthesen des Bandes zusammenzufassen, was er nachvollziehbar gestaltet. Und wenn man fehlende Kritik als Zustimmung werten darf, haben sie ihn offenbar auch überzeugt. Denn für Richter, wie Blasius paraphrasiert, beginnt die DVP zwar erst nach dem Tod Stresemanns sich selbst zu zerfleischen, einem grenzenlosen Opportunismus nachzugeben und sich autoritären Staatsvorstellungen hinzuwenden. Doch habe bereits Stresemann dem Gegner in die Hände gespielt, indem er die DVP auf die vermeintlich überparteilichen Werte von Staat, Nation und Volksgemeinschaft einschwor. Mit der Abwendung der DVP von der Republik und ihrem vormaligen Koalitionspartner, der SPD, hatte Weimar keine Chance mehr. So hat Blasius diese Geschichte der DVP vor allem als schleichendes Zugrundegehen der ersten deutschen Republik gelesen.
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