Luc Bondy

Toronto

Gedichte
Cover: Toronto
Zsolnay Verlag, Wien 2012
ISBN 9783552055766
Gebunden, 64 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

"Ich wünsche mir Licht, ich wünsche mir Leichtigkeit, und manchmal gelingt sie mir", sagt der berühmte Regisseur Luc Bondy, dem es wie wenigen anderen gegeben ist, die Luft zwischen den Zeilen zum Vibrieren zu bringen - sei es im Theater, im Film und immer häufiger in der Literatur. Wir hören einen Dichter, der in jedem Zimmer ein anderes Gedicht entdeckt, auf den einsamen Mann im Jardin du Luxembourg blickt und immer wieder an das Alter denken muss, "das an meinen Knochen nagt". Nach seinem Roman "Am Fenster" und dem Erzählband "Meine Dibbuks" gilt es nun, den Lyriker Bondy zu entdecken. Seine Gedichte gewinnen ihre Kraft aus der Liebe und dem nie versiegenden Begehren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2012

So kann man es natürlich auch sagen. Durch die Blume quasi spricht Harald Hartung über den ersten Lyrikband des Regisseurs Luc Bondy. Was Bondy an dichterischer Kompetenz vermissen lässt, nennt er eine schöne Ungeniertheit, die die "Hürden" von Versmaß und Reim links liegen lässt, ausgefuchste Motive übrigens auch. Stattdessen treffe Bondy bisweilen einen "Märchenton, der die Banalität des Alltags verzaubert", stellt der Rezensent entzückt fest, beispielsweise mit dem Gedichttitel "Mein Morgen ist ein missratener Purzelbaum". Zudem, und nun klingt Hartung ganz fanfarisch: das Thema Liebe im lyrischen Parlando, anekdotisch frei und vor Schlichtheiten nicht Halt machend. Dass der Autor dem uralten Topos noch nahezu unerhört Groteskes und Illusionsloses abgewinnt, wie der Rezensent bewundernd feststellt, versteht sich eigentlich von selbst.