Herausgegeben von Gerhard Fuchs. In diesen späten Prosatexten, die wohl zu seinen radikalsten gehören, lässt Albert Drach Sympathien für den römischen Aufrührer Catilina erkennen, ist bei dieser Auseinandersetzung mit der Figur aber von Themen seiner eigenen Zeit wie Terrorismus oder Atomwaffendiskussion geprägt. Im bisher unveröffentlichten Text "Kudrun", einer Adaption des mittelhochdeutschen Heldenepos, konzentriert er sich auf die psychologische Zeichnung der Hauptfigur: In ihren persönlichen Notizen erscheint Kudrun als selbstbewusste, pragmatische und weitgehend selbstbestimmte Frau, deren Rachebedürfnis zunehmend durch Versöhnungsbereitschaft abgelöst wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2019
Lerke von Saalfeld liest den von Gerhard Fuchs herausgegebenen 9. Band der Werke von Albert Drach mit Freude. Dass der so oft vergessene und wiederentdeckte Autor wiederum lesbar gemacht wird, erscheint ihr gerecht. Die beiden Romane, von Drach als Einheit verstanden, führen Saalfeld einerseits zu den Ausschweifungen des historischen Catilina, andererseits zu denen der altnordischen Königin Kudrun. Wie der Autor in beiden Texten historisches Material, fiktives Tagebuch und Fiebertraum miteinander verbindet, um extreme Figuren und das Thema Ausbruch zu illustrieren, scheint der Rezensentin virtuos und von feiner Ironie durchdrungen.
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