Die 15-jährige Schilo wohnt in Cleanland - dem Land der Reinen. Dank moderner Technik und strenger Gesetze sind die Menschen hier geschützt vor Krankheiten aller Art. Nur eine einzige registrierte Freundin zu haben, rund um die Uhr überwacht zu werden und die eigene Großmutter nur durch eine Glasscheibe zu sehen - für Schilo ist das in Ordnung, Gesundheit hat nun mal ihren Preis. Doch dann erfährt die Familie ihrer Freundin die Härte des Regimes. Und Schilo verliebt sich in Toko, einen der Cleaner, die nachts Straßen und Gebäude desinfizieren müssen. Da begreift sie, wie hoch der Preis wirklich ist. Was ist wichtiger: die Gesundheit - oder die Freiheit?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2020
Ein wenig irritiert und erschrocken zeigt sich Rezensent Fritz Göttler über diese Zukunft, die der Gesundheit mehr Raum und Rechte einräumt als der Freiheit. Ihm gefällt aber, wie vom erfolgreichen Jugendbuchautor hier der gesundheitlichen Vernunft ein gewisser "Totalitarismus" abgelauscht wird. Der Kritiker erzählt ein wenig von der Handlung, einer irregulären Liebesgeschichte zwischen Jugendlichen aus zwei verschiedenen Schichten. Ob er jedoch Thema, Handlung, Figurenführung usw. wirklich überzeugend, oder spaßig oder großartig findet, erfahren seine LeserInnen nicht wirklich.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.11.2020
Rezensentin Sylvia Schwab annonciert das Jugendbuch zur Stunde mit diesem neuen Roman des Politikwissenschaftlers Martin Schäuble. Der Autor skizziert hier eine Post-Corona-Welt, in der ein "hygienediktierter Überwachungsstaat" die Macht ergriffen hat, die BürgerInnen Ganzkörperanzüge tragen, Homelearning an der Tagesordnung und Küssen verboten ist, und Cleaner nachts die Wohnungen desinfizieren, resümiert die Kritikerin. Zudem gibt es Umerziehungslager und sogenannte "Sicklands" außerhalb des Staates, in denen die fünfzehnjährige Heldin Schilo ihren totgeglaubten Großvater sucht. Mit Blick auf Schäubles klug und exakt mit Science-Fiction-Motiven weitergedachte Corona-Erfahrungen verzeiht die Rezensentin gern, dass nicht jedes Erzählmoment ganz überzeugt.
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