Laura Hird

Nägel

Stories
Cover: Nägel
Eichborn Verlag, München 2003
ISBN 9783821808468
Gebunden, 224 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. In Laura Hirds Stories geschehen ungeheuerlichste Dinge auf selbstverständlichste Weise. Eine tote Lesbierin kann sich von ihrer Geliebten nicht trennen. Eine verlassene Ehefrau terrorisiert ihren Mann und bringt dessen Katze um. Einer arroganten, erfolgreichen Frau wächst plötzlich ein Ding aus ihren gepflegten Fingernägeln, und ihr Leben geht in die Brüche. Ein schwachsinniger Jugendlicher tut alles, um in eine brutale Mädchengang aufgenommen zu werden. Ein schottischer Söldner dreht durch und keiner merkt es.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.03.2003

"Dreckig, mies und zynisch" sind Laura Hirds Geschichten, resümiert Rezensent Frank Schäfer. Ohne Skrupel schildert die Autorin von Nekrophilie bis Folter die Grenzbereiche menschlichen Daseins und bekundet damit laut Rezensent echtes Interesse an komplexen Charakteren, ohne sie aufgrund moralischer Kategorien zu verurteilen. Täter und Opfer lösen sich dadurch für Schäfer aus ihren Rollen und gewinnen eigenständiges Profil - dies unterscheidet Hirds Berichterstattung von billigem Boulevardjournalismus, verteidigt der Rezensent die Autorin. Manchmal allerdings erscheint Schäfer die "violente Punk-Attitüde" und "Effekthascherei" der Autorin auch zu aufdringlich. Da es Hird jedoch größtenteils gelinge, durch präzise Charakterstudien eine Idee von den Gründen und Motiven "menschlicher Deformationen und Aberrationen" zu erwecken, dankt Schäfer der Autorin dafür, dass sie ihm die Grausamkeit irdischer Existenz ein wenig verständlicher gemacht hat.
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