Aus dem Englischen von Berta Franzos, mit Holzschnitten von Franziska Neubert und einem Nachwort von Christoph Neidhart. Nicht einfach als Beobachter, sondern wie ein Mensch, der teilnimmt am Alltagsdasein der einfachen Leute und der mit ihren Gedanken denkt, so wollte Lafcadio Hearn über Japan erzählen: "Erstrebenswertes Ziel würde es sein, in der Seele des Lesers einen lebendigen Eindruck des Lebens in Japan zu schaffen." Hearns Auseinandersetzung mit Religion und Kultur, seine Reiseschilderungen, seine Erzählungen, seine poetischen Skizzen, erschließen für uns Geheimnisse einer fremden 'alten' und verschwundenen Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2016
Fantastisch findet Rezensent Jutta Person schon die Gestaltung des Sammelbands mit Essays des Globetrotters Lafcadio Hearn über Japan, seinen Alltag und seine Geister. Was Hearn über japanische Haustiere, Götter und Gärten zu berichten weiß, besticht laut Rezensentin durch das Formbewusstsein eines geschulten Stilisten und einfühlsamen Beobachters, durch Originalität und Unterhaltsamkeit. Die in historischer Übersetzung vorliegenden Texte mit ihrer Adjektivseligkeit machen die romantisch verklärende Japanbegeisterung um 1900 für Person erlebbar. Unbehaglich wird ihr allerdings, wenn Hearn, der Jahre zuvor noch die kreolische Kultur der Vermischung gefeiert hatte, in Japan plötzlich einen "Reinheitsfetisch" entwickelt.
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