Das durch die Individualität religiöser Überzeugungen einerseits und den Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit einer staatlichen Rechtsordnung andererseits gekennzeichnete Spannungsverhältnis ist in jüngerer Zeit mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit des sogenannten "rituellen Schächtens" und der Einführung der Staatszielbestimmung "Tierschutz" in das Zentrum des Interesses gerückt. Die vorliegende Monographie stellt zum einen die verfassungsrechtlichen Implikationen der konfligierenden Rechtsgüter dar; sie analysiert zum anderen die jüngere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und befasst sich daneben mit den Auswirkungen der Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz auf die Verwaltungspraxis. Die Untersuchung erstreckt sich nicht nur auf das nationale Recht; sie erfasst auch rechtsvergleichende, internationale und supranationale Aspekte. Die Monographie richtet sich an Wissenschaft und Verwaltungspraxis sowie Gerichte gleichermaßen. Der Autor ist Privatdozent an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen und hat diverse Beiträge zu staats- und verwaltungsrechtlichen sowie europarechtlichen Themen verfasst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2003
Der "pbk" zeichnende Rezensent findet irritierende Schlussfolgerungen in diesem Buch von Kyrill A. Schwarz. Der Autor vertrete die Ansicht, dass die Religionsfreiheit auch nach der gesetzlichen Stärkung des Tierschutzes noch vor diesem stehen müsse, und dass den deutschen Juden aufgrund ihrer "zwingenden religiösen Vorschriften" dieses Recht gewährt werden müsse. Der Punkt, der den Rezensenten nun irritiert, ist die Tatsache, dass Schwarz den Muslimen dieses Recht abspricht, da deren Vorschriften, wie er sagt, nicht zwingend seien. Darauf, dass selbst die Juden sich nicht eins in der Bewertung des "zwingenden" Aspekts beim Schächten sind, und auf die Schwierigkeit des Bewertens religiöser Bräuche durch den Staat geht der Autor nicht näher ein, bedauert der Rezensent.
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