Levent Tezcan (Hg.), Monika Wohlrab-Sahr (Hg.)

Konfliktfeld Islam in Europa

Cover: Konfliktfeld Islam in Europa
Nomos Verlag, Baden-Baden 2007
ISBN 9783832926496
Kartoniert, 468 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

In Europa ist im Zuge der Auseinandersetzung um Migration ein neues Konfliktfeld entstanden, in dem der Islam als Bezugspunkt eine immer wichtigere Rolle spielt. Zugleich sind Konflikte vor Ort zunehmend in einen Welthorizont eingebunden. Der vorliegende Band leuchtet diese veränderte Konstellation über Länderstudien und systematische Perspektiven aus. Aktuelle Auseinandersetzungen kommen ebenso in den Blick wie deren gesellschaftliche und historische Kontexte. Mit Beiträgen von: Levent Tezcan, Monika Wohlrab-Sahr, Shmuel N. Eisenstadt, Armando Salvatore, Reinhard Schulze, Werner Schiffauer, Steffen Kühnel, Jürgen Leibold, Kornelia Sammet, Jörg Hüttermann, Ruud Peters, Sipco Vellenga, Karen Schönwälder, Christian Moe, Özkan Ezli, Arnd-Michael Nohl, Mustafa Sen, Matthias Koenig, Claire de Galembert, Frank Kalter und Cornelia Kristen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2007

Leonhard Neidhart musst sich bisweilen ganz schön durch diesen Band kämpfen, doch scheint sich die Mühe gelohnt zu haben. Versammelt sind hier Aufsätze zum "Konfliktfeld Islam in Europa", die sich verschiedensten Bereichen des Themas nähern. Aus dem "argumentativen und manchmal auch verbalen Dickicht" hebt er als besonders ertragreich den Beitrag des Berner Islamwissenschaftlers Reinhard Schulze zur "emphatischen Selbstdeutung" des islamischen Terrorismus hervor. Demnach legitimiert sich die Tat nicht durch das gewollte Ziel, sondern durch die Tat selbst. Als in jeder Hinsicht "brillant" rühmt er den Aufsatz des Anthropologen Werner Schiffauers, der Integration vor dem Hintergrund unterschiedlicher Freiheitsbegriffe diskutiert. So werde die Freiheit in Frankreich mit der Gleichheit verbunden, in Großbritannien mit "Unantastbarkeit". In Deutschland solle man sich dagegen mit dem Ganzen identifizieren, nicht nur mit den Spielregeln, fasst Neidhart Schiffauers Gedanken. Erschöpft, aber glücklich zeigt sich der Rezensent nach einer "großen intellektuellen Anstrengung".
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