Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Stephan Kleiner. Der junge Mann, der ein abgetrenntes Ohr findet. Der exzentrische und koffeingetriebene FBI-Agent. Der unfähige Ehemann unter der Fuchtel seiner Mutter. Kyle MacLachlan hat im Laufe seiner Karriere viele Rollen gespielt, die so ikonisch geworden sind, dass er als Person ganz dahinter verschwindet. In seinem Memoir setzt er sich mit den fiktiven Versionen seiner selbst auseinander und mit der verwirrenden Frage, wer er eigentlich selbst ist. Kyle MacLachlan nimmt die Leser mit auf einen Streifzug durch seine Höhen und Tiefen, sein Wachstum und seine Rückschritte als Schauspieler und Mensch. Vom kuriosen Anfang seiner Karriere, als er aus der obskuren Theaterszene Seattles gepflückt wurde, um im 40-Millionen-Dollar-Flop Dune mitzuspielen, über die Kollaborationen mit seinem lebenslangen Freund und kreativen Partner David Lynch bis zu den verschiedenen Versuchen, durch die Höhen des Fernsehens (Sex and the City, Desperate Housewives) und die Tiefen des Films (Showgirls) zu navigieren.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2026
Sympathisch, reflektiert und überraschend, findet Rezensent Tobias Sedlmaier diese Autobiografie des Schauspielers Kyle MacLachlan, den er per Videocall getroffen hat. Der Kritiker kann hier nochmal nachlesen, wie der Jungschauspieler 1984 aus einem kleinen Theater direkt vor die Kamera engagiert wrude, nämlich für den Science-Fiction-Blockbuster "Dune". Der Film war ein großer Flopp, dafür lernte MacLachlan David Lynch kennen, mit dem er Zeit seines Lebens zusammenarbeitete. Eine Rolle, die bis heute Kult ist, fiel ihm dann mit der Darstellung des "smarten, spleenigen kaffee- und donutsüchtigen Zen-Detektiv" FBI Special Agent Dale Cooper in der Serie "Twin Peaks" zu. Diese Rolle sein ein Geschenk gewesen, schreibt der Schauspieler, später hatte er allerdings Probleme, sich von ihr zu befreien. Der Kritiker lobt den "hohen Grad an Selbstreflexion", der aus diesen Zeilen spricht und manchmal zu fast "schizophrenen, witzigen Zwiegesprächen" führt. Spannende Einblicke in die Filmgeschichte und kluge Gedanken über Schauspielerei und Ruhm verzahnen sich für den Kritiker zu einer gelungenen Autobiografie, auch, aber nicht nur, für Fans geschrieben, resümiert Sedlmaier zufrieden.
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