Kurt Drawert

Was gewesen sein wird

Essays 2004 bis 2014
Cover: Was gewesen sein wird
C. H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406674884
Gebunden, 295 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Ob er sich Schriftstellern wie Flaubert, Büchner oder Kafka zuwendet, Orten wie Prag, New York oder Istanbul, der Sprache der Diktatur, der politischen Rhetorik oder dem Ereignisraum des Gedichts - immer ist Kurt Drawert so unbestechlich wie radikal, so herausfordernd wie verletzlich und so klug wie kompromisslos, wenn es um die bedrohte Stellung des Subjekts in der Geschichte geht und um die Verteidigung seines Rechtes auf Anwesenheit. Wie die Systeme der Welt mit ihren Zwängen und Verwerfungen oder auch Widerständen und Ekstasen des Einzelnen sich in den Körper, das Unbewusste und die Sprache einschreiben, stets in Bewegung zwischen Auflehnung und Anpassung, Selbstbewusstsein und Selbstverlust, das zeichnen diese Essays in der ihnen eigenen sprachlichen Genauigkeit nach.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2016

Für Michael Braun ist Kurt Drawert der einzige namhafte deutsche Schriftsteller, der die Ideen der französischen (Post-)Strukturalisten Lacan, Foucault, Deleuze und Barthes in eine zusammenhängende ästhetische Theorie übertragen hat. Außerdem sind Drawerts Essays auch stilistisch von den Meisterdenkern geprägt, in ihrer Rätselhaftigkeit und "Verweigerung der geschmeidigen Meinungsfreude", wie der Kritiker hinzufügt. Als zentralen Text des neuen Bandes macht Braun eine Studie über Flaubert aus, in der Drawert das literarische Verfahren des französischen Romanciers nicht nur analysiere und interpretiere, sondern es sich selbst aneigne. Gleichermaßen fesselnd wie luzide findet der Kritiker das. In Anlehung an eine frühere Formulierung Drawerts bilanziert Michael Braun, der Dichter und Essayist bleibe immer in "Rufweite zum Schweigen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2016

Beate Tröger freut sich über diese Sammlung von Essays, Reden, Interpretationen und Reisenotizen Kurt Drawerts aus den Jahren 2004 bis 2014. Einmal mehr lobt sie den präzisen psychoanalytischen Blick des Autors auf Literatur und Gesellschaft, den er hier unter anderem in seinen Essays über Flaubert, Kafka oder Viktor Klemperer unter Beweis stellt. Diesem lesenswerten Buch verdankt die Rezensentin nicht zuletzt erstaunliche Einblicke in die Zusammenhänge zwischen einer bestimmten Weise literarischen Sprechens und einer besonderen gesellschaftlichen Verfasstheit.
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