Iris Hanika

Musik für Flughäfen

Kurze Texte
Cover: Musik für Flughäfen
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783518124048
Broschiert, 123 Seiten, 8,50 EUR

Klappentext

Die Wahrheit sucht die Autorin nicht, aber die Wirklichkeit lässt sie nicht los. Die beobachtet sie genau. Zudem ist sie eine unerschrockene Erforscherin des Liebeslebens unter den Bedingungen von Großstadt, Hysterie und Völkerwanderung. Was dabei wie ein Spiel mit den Genres erscheint - manche Texte sind fast Gedicht, andere fast Reportage -, ist tatsächlich eine Annäherung an die in Japan und China gepflegte Form des Essays. Wie die japanischen "zui hitsu" und die chinesischen "suibi" entstehen Iris Hanikas Texte aus dem Moment, "folgen dem Pinsel" und sind allein in der Schrift zu Hause.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2006

"Eigensinnig und betörend", findet Wolfgang Lange Iris Hanikas "kleines aber feines" Buch mit zwanzig Versuchen über ein großes Thema, die Liebe. Für die Autorin sei die Liebe unvermeidlich eine unglückliche Affäre, gefährlich und unabsehbar wie der freie Markt. Dem Rezensenten kommt das ein wenig desillusioniert vor. Hanika sei zwar weder romantisch noch sehnsüchtig, jedoch gelinge es ihr zum Erstaunen des Rezensenten immer wieder, ausgehend von realen Erlebnissen mit Stil und Treffsicherheit schöne Momente einer Liebesgeschichte zu schildern. Formell sei Hanika vielfältig. So wechselt sie unter anderem zwischen "dramatischen Szenen", "tagebuchartigen" Einträgen, biografischen Skizzen und "Tagträumereien" ab, was dem Rezensenten offensichtlich gefällt. Ebenso positiv vermerkt er den Tonfall der Stücke, der "recht keck, nicht selten frech und ein wenig vorlaut" daherkommt und sich durch das ganze Buch zieht. Manchmal klinge das glücklich, manchmal "verquer". Zum Schluss bedankt sich Lange artig bei Hanika, dieses Werk verfasst zu haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2005

Was hat sich die Autorin nur gedacht mit ihrem lässigen Sprachstil, fragt sich Rezensentin Judith Leister. Ein vorangestelltes Robert Walser-Zitat deute zwar auf ein poetologisch abgesichertes Unternehmen mit "kleinen" Reflexionen und Geschichten hin, doch insgesamt sei das alles zu wenig "durchgearbeitet". Die meisten kurzen Texte, so Leister, handelten von Liebesbeziehungen, und hier zeige die Autorin dann auch einen besonderen Sinn für die "Paradoxa der menschlichen Psyche". In einigen Erzählungen sieht Leister durchaus Anlagen für eine formal befriedigendere Darstellung, wenn beispielsweise verschiedene zwischenmenschliche Handlungsoptionen durchdekliniert würden. All das sei aber zu "selten", meint die Rezensentin, und die kurzen Texte dann doch nicht mehr als "feuilletonistische Texthappen".
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