Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2004
Thomas Maissen ist ziemlich enttäuscht von diesem "Alterswerk" des Schweizer Historikers Peter Stadler, das seiner Meinung "konzeptionell, inhaltlich und sprachlich nicht an Stadlers solide Leistungen der letzten Jahrzehnte heranreicht". Geschichte manifestiert sich, so Maissens Kritik für den Autor vor allem an Daten und an großen Persönlichkeiten "Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur oder Frauen" kommen nur gelegentlich in seinem Text vor. Außerdem fehlt dem Buch eine Perspektive beziehungsweise eine Fragestellung: Es folgt einem "ereignisgeschichtlichen Strang, darum bemüht, nichts Wichtiges unerwähnt zu lassen, aber ohne klare Gewichtung der einzelnen Themen." Auch inhaltlich ist Maissen mit Stadlers Thesen nicht einverstanden, zum Beispiel wenn es um die Asyl- und Immigrationspolitik geht. All das führt dazu, dass der Rezensent tadelnd schließt: "Der Leser ist perplex, mit welcher Nonchalance die Resultate der historischen Forschung der letzten fünfzig Jahre ignoriert werden."
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