Herausgegeben von Judith Schalansky. In knapp achthundert Aquarellen zeichnete Korbinian Aigner Apfelsorten aus aller Welt. Seine Bildtafeln zeigen in Originalgröße kleine, große, gestreifte, gefleckte, gepunktete, runde, spitze, plattgedrückte, grüne, gelbe, rote, glänzende, blasse, schiefe, glatte oder schrumpelige Äpfel. Wegen ihrer Exaktheit und Systematik dienen Aigners Abbildungen noch heute als Grundlage für pomologische Lexika. Ihr künstlerischer Wert wurde durch ihre Ausstellung auf der Documenta 2012 erstmals einem breiten Publikum bekannt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.07.2013
Geradezu verzückt ist Rezensent Olaf Velte ob all der Obstherrlichkeit, die ihm in diesem Band über den malenden Pfarrer und Pomologen Korbinian Aigner dargeboten wird: "Welch eine Vielfalt an Formen und Farben!" Von der Roten Schafnase, über die Goldrenette Freiherr von Berlepsch bis zur Nordhäuser Winterforellenbirne hat Aigner 649 Äpfel und 289 Birnen gemalt und vor allem katalogisiert, für den Rezensenten fügt sich das zur reinsten Lyrik. Ganz ungetrübt präsentiert sich ihm das Obstgarten-Idyll natürlich nicht. Wie er den instruktiven Beiworten von Judith Schalansky und Julia Voss entnimmt, gab es kaum einen demokratischen Namen unter den Apfelsorten. Dafür gibt es Tafeln zu den Sorten "KZ 1", "KZ 3" und "KZ 4" - die der internierte Aigner im Konzentrationslager Dachau gezogen hat.
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