Konstantin Richter

Bettermann

Roman
Cover: Bettermann
Kein und Aber Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783036955070
Gebunden, 240 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Eigentlich ist der Job als Finanzreporter das Beste, was ihm passieren konnte. Was hätte Alex mit seinem Studium anfangen sollen? Eine Doktorarbeit über Stifters Spätwerk? Nun verdient er seine Brötchen in der Wirtschaft, schreibt über die "Globalisierung der Deutschland AG". Als von Übernahmegerüchten bei der traditionsreichen Kanzlei Bettermann & Partner die Rede ist, fasst Alex einen Plan. Henrik Bettermann ist ein Freund seiner Mutter, ein belesener Mann, den er einst bewunderte. Jetzt macht er ihn zum Musterbeispiel einer aussterbenden Art Mensch. Doch unversehens gerät die berufliche Recherche zu einer turbulenten Selbstsuche. Im Rückblick auf einen Werdegang, den er sich so nie gewünscht hat, schlägt Alex einen Bogen - von einer verträumten Jugend hin zu der knallharten Realität einer Berufswelt, in der das Ideal von der Karriere als Selbstverwirklichung keinen Bestand mehr hat.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.11.2007

Als "den Roman zum Jahr der Geisteswissenschaften" hat Rezensent Oliver Pfohlmann Konstantin Richters Debütroman gelesen, und dabei offensichtlich auch seinen Spaß gehabt. Sein Personal rekrutiert Richter den Informationen des Rezensenten zufolge aus den Reihen der Ausgestoßenen der "Sorgenfächer des Wissenschaftsbetriebs", worunter die Geisteswissenschaften und ihre recht kurze akademische Nahrungskette zu verstehen sind. Exemplarisch wird der mentale Zustand dieser prekären Kaste am Beispiel eines gewissen Alex durchexerziert, der als ehemaliger Geisteswissenschaftler nun in einer Nachrichtenagentur Wirtschaftsmeldungen interpretiert. Mit viel Vergnügen registriert der Rezensent in diesem Zusammenhang die Mauserung des "schüchternen Literaturfreaks" zum "smarten Wirtschaftsjournalisten". Gleichermaßen großartig und amüsant findet Pfohlmann die Schilderung der Innenansichten der Agentur und der dort versammelten New-Economy-Apologeten samt ihrer scheiternden Selbstverwirklichungsversuche. Auch die "schnörkellose, flotte Zweckprosa", in der diese Schilderungen verfasst seien, erfreut den Rezensenten sehr. Nur das Ende, in dem es plötzlich doch noch zu einer Art Selbstverwirklichung in den Sphären der digitalen Boheme kommt, findet Pfohlmann zwar tröstlich, aber auch inkonsequent.
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