Ariane Grundies

Am Ende ich

Roman
Cover: Am Ende ich
Kein und Aber Verlag, Zürich 2006
ISBN 9783036951720
Gebunden, 160 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Max und Lutz, Lutz und Max. Zwillinge - gleich und doch verschieden. Vereint stehen sie am Krankenbett der Mutter, der einstigen Rubensfrau, die, von einem Bus angefahren, im Koma liegt und nicht mehr erwachen wird. Wer trägt die Schuld daran? Wer wird sie erlösen? Wird es eine Erlösung sein? Vor allem Lutz treiben diese Gedanken um, aus dessen Perspektive der größte Teil des Romans geschildert wird. Da ist die Nähe und gleichzeitige Distanz nicht nur zur Mutter, sondern auch zu seinem Bruder, die zwei Herzen in seiner Brust. Da gilt es Eingeständnisse hervor zu locken und einen Platz im Leben zu finden, wenn alte Muster wegfallen. Ariane Grundies erzählt in ihrem Roman von eingespielten Erwartungen an den anderen, von Verrat und von Schuldzuweisungen, die sich immer wieder als Trugschlüsse entpuppen können. Es geht um Kommunikation, die eigentlich keine mehr ist, die teils absurde Züge aufweist, teils aus Floskeln besteht und die Lücken mit Worten wie Kommunismus und Revolution schließt; und darum, wie durch den Tod die Dinge, Geschichten und Beziehungen in einer Familie wieder in Bewegung kommen und sich neu sortieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.02.2007

Nicht so ganz überzeugt hat Ariane Grundies' Debütroman "Am Ende ich" Rezensentin Gisa Funck. Zwar bescheinigt sie der Familiengeschichte um Geschwisterverrat, Brüderrivalität und Mutterverlust einen "furiosen Auftakt". Dann aber liest sich die Geschichte zur Enttäuschung Funcks zunehmend weniger aufregend, wofür sie insbesondere die "verharmlosend-kindliche Erzählstimme" verantwortlich macht. Dabei lässt sie keinen Zweifel am Talent der Autorin, der sie eine "angenehm unprätentiöse" Sprache attestiert. Zudem gelinge es Grundies, eine "geheimnisvolle Grundstimmung" zu erzeugen. Dennoch wirkt der Roman auf Funck letztlich "überambitioniert", weil die Autorin permanent neue bedeutungsschwangere Motive einfüge, statt sich auf die Hassliebe ihres Helden zu seiner Familie zu konzentrieren.
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