Mit Beiträgen in Englisch und Spanisch. Herausgegeben von Ansgar Köb und Peter Riedel. Kleider machen Leute das galt in Antike und Mittelalter nicht anders als heute und so verwundert es nicht, dass Kleidung in sozialen Systemen schon immer repräsentative und machtpolitische Funktionen erfüllte. Adel und Klerus versuchten einander mit prachtvoller Kleidung, Schmuck und Insignien zu übertreffen, zugleich reglementierten Kleidungsvorschriften soziale Hierachien. Zum repräsentativen Prunk formierte sich jedoch auch eine Gegenbewegung: Nach biblischem Vorbild forderten die mittelalterlichen Mönche der Bettelorden möglichst schlichte Gewänder. Der Band Kleidung und Repräsentation in Antike und Mittelalter fasst Beiträge eines Kolloquiums des Paderborner Mittelalter-Kollegs zusammen, die die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Archäologen, Historikern, Kunsthistorikern, Theologen und Philologen einmal mehr sichtbar machen und konkrete Ansätze für aktuelle Forschungsfelder liefern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2006
Nichts gegen den Nachwuchs, doch was dieser von Doktoranden und Stipendiaten des Paderborner Mittelalterkollegs erstellte Sammelband leistet, genügt Michael Borgolte ganz und gar nicht. Nicht nur vermisst er Bezüge zur gegenwärtigen Repräsentationsforschung, auch eine deutliche, die Texte verbindende Fragestellung sucht er vergebens. Manchen Beitrag (über "Architekturtextilien") hätte Borgolte lieber gar nicht gelesen, andere (über die Fellkleidung christlicher Wundertäter in der Spätantike, über Kleidervorschriften im Codex Theodosianus) hält er dagegen schon für "lehrreich".
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