Die Suche nach dem historischen Jesus beginnt im deutschen Sprachraum mit Hermann Samuel Reimarus. Er meinte, man brauche nur die "Tünche" der Apostel wegzunehmen, um die "tatsächliche" Stimme Jesu zu vernehmen. An dem sich hier zeigenden Grundproblem hat sich seitdem nichts geändert und kann sich angesichts der Quellenlage auch nichts ändern: Wer nach dem "historischen" Jesus fragt und also die "tatsächlichen" Fakten sucht, muss mit für dieses Unternehmen äußerst widerständigen Texten rechnen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2013
Am Ende der Lektüre von Klaus Wengsts Buch gegen den Gebrauch der Fantasie in der Jesusforschung ist Bernhard Lang schlauer: Ganz ohne Fantasie geht es nicht, meint er. Davor aber ist er dem Autor durch seine Streitschrift gefolgt und hat Wengsts These, dass an einem historischen Jesus überhaupt kein theologisches Interesse bestehe, anhand protestantischer Mahner, wie des Theologen Martin Kähler, und plastischen Beispielen der Jesus-Vergegenwärtigung überprüft. Wengsts Fazit, Bibelkommentare seien die besseren Jesus-Bücher, scheint der Rezensent durchaus etwas abgewinnen zu können.
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