Mischa Meier, Steffen Patzold

August 410 - Ein Kampf um Rom

Cover: August 410 - Ein Kampf um Rom
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010
ISBN 9783608946468
Gebunden, 260 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Drei Tage lang plünderten Alarichs Soldaten die Ewige Stadt. Seither hat dieses Ereignis die Phantasie der Menschen bewegt. Die Autoren erzählen, wie zunächst die Zeitgenossen, dann Geschichtsschreiber und Historiker bis in die Gegenwart dieses epochale Ereignis deuteten, das sich nun zum 1600. Mal jährt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010

Wie, der Fall Roms ist Fiktion? Rezensent Andreas Kilb weiß das nun ganz genau, nachdem er sich durch den von Mischa Meier und Steffen Patzold so geschickt ausgeführten Quellenschnitt der Romgeschichten gearbeitet hat. Nein, bloße Quellenkritik sieht Kilb hier nicht am Werk, eher einen raffinierten Blick auf die Verfertigung der Ereignisse in der historischen Erzählung. Wahrheit ist also nicht zu haben, erkennt er angesichts des in diesem Band ausgebreiteten imaginativen, narrativen Teppichs. Dass also die Autoren nicht die Goten und Hunnen und Römer zu Helden machen, sondern die Schreiber, von Augustinus über Isidor von Sevilla und Otto von Freising bis zum jüngsten Rom-Dokumentaristen Peter Heather, kann der Rezensent gut vertragen. Ebenso den Umstand, dass nicht jede Station in der Historiografie ihm zum sprudelnden Quell der Erkenntnis wird. Etwas mehr Analyse hier und Zeitkolorit dort, was soll's, denkt Kilb, bei so einem Renommierprojekt der Geschichtswissenschaft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010

Wenig erwärmen kann sich Rezensent Gustav Seibt für dieses Buch über den Untergangs Roms, das die Historiker Mischa Meier und Steffen Patzold vorgelegt haben. Eingehend rekapituliert er die Nachwehen dieses Ereignisses, das Historiker durch die Jahrhunderte fasziniert und das Geschichtsdenken des Mittelalters begründet hat. Den Autoren hält Seibt vor, sich mit der Schilderung der Interpretationen von Roms Fall zu begnügen, das historische Geschehen aber in einem "verallgemeinernden Erkenntnisrelativismus" aufzulösen. Damit bleiben sie für ihn hinter den seit den siebziger Jahren von Arno Borst und Georges Duby geführten Debatten zur "Konstitution von historischen Ereignissen" zurück.

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