Aus dem Englischen von Klaus Kochmann. Mit 16 farbigen Abbildungen auf Tafeln. Der geheimnisvolle Tod der Westhälfte des Imperiums zählte zu den grundlegenden Revolutionen der Geschichte, zu einer Folge von Ereignissen, die die Welt profund veränderten. Peter Heather fordert die herkömmliche Ansicht von einem korrupten, überfeinerten, christianisierten Reich heraus, dessen Tage gezählt waren. Mit Einbeziehung jüngster archäologischer Entdeckungen und einer radikalen Neulektüre klassischer Texte hat er eine neue Geschichtserzählung über diese Zeit verfasst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2008
Mit hohem Lob bedenkt Mischa Meier dieses Buch über den Untergang des Römischen Reichs, das Peter Heather vorgelegt hat. Er würdigt es als inhaltlich, sprachlich und intellektuell beeindruckend, als fundamentales Werk, das der Forschung eine neue Richtung geben wird, indem es wieder die Exzesse der Gewalt und die tragische Dimension des Untergangs hervorhebt - nachdem das Ende Roms in den letzten 20 Jahren vor allem als Übergang mit zahlreichen Kontinuitäten betrachtet wurde. Ausführlich geht Meier auf die historischen Umstände ein, vor allem auf Heathers These von der ursächlichen Rolle der Hunnen beim Untergang des Weltreichs, die ihm sehr überzeugend erscheint. Neben weit ausholenden, aber prägnanten Darstellungen von komplexen historischen Entwicklungen findet er in dem Buch immer wieder auch erhellende Exkurse und nuancenreiche Porträts. Das Werk zeichnet sich für ihn nicht nur durch eine souveräne Auswertung der literarischen und archäologischen Quellen, sondern auch durch eine meisterhafte Verbindung von "großer Erzählkunst" und "analytischer Schärfe" bei der Darstellung. Nicht zuletzt schätzt Meier den Humor des Autors, der auch in der überaus gelungenen deutschen Übersetzung nicht verloren gegangen ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2007
An der Frage, warum das Römische Reich unterging, haben sich die Historiker seit Jahrhunderten die Zähne ausgebissen und die unterschiedlichsten Antworten gefunden, meint Stefan Rebenich. Für Peter Heather hat der Einfall der Hunnen und die in der Folge geschwächte militärische, ökonomische und politische Lage das Ende des römischen Imperiums besiegelt, wie er in seinem umfangreichen Band äußerst fesselnd darlegt, so der Rezensent anerkennend. Ihm imponiert der beherzte Revisionismus, mit dem der britische Historiker ältere Theorien zu widerlegen sucht und er weiß zu schätzen, dass sich Heather nicht auf allzu einfache Erklärungsmodelle einlässt. Der Autor stütze sich bei seinen Thesen auf die historischen und archäologischen Forschungsergebnisse und versuche, die "Ereignisgeschichte" Roms zu rekonstruieren, erklärt Rebenich einverstanden. Dabei ist, wie er lobt, in der "besten Tradition" britischer Geschichtsschreibung ein packendes Buch herausgekommen, das zudem auch in der deutschen Übersetzung gut lesbar ist.
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