Jeremy Rifkin

Die H2-Revolution

Wenn es kein Öl mehr gibt. Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft
Cover: Die H2-Revolution
Campus Verlag, Frankfurt/ Main 2002
ISBN 9783593370972
Gebunden, 304 Seiten, 25,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Brigitte Kleidt. Jeremy Rifkin geht von der These führender Geologen aus, die besagt, dass die Ölreserven schneller schwinden, als bisher angenommen wurde. Er beschreibt die fatalen ökonomischen, ökologischen, politischen und sozialen Folgen der drohenden Ölkrise und zeigt eine echte Alternative zur Ölwirtschaft auf: die Wasserstoffwirtschaft. Wasserstoff ist umweltfreundlich, unbegrenzt verfügbar, könnte die Macht der Ölkartelle beenden und die potenzielle und politisch bedrohliche Abhängigkeit von Ölimporten aus dem Nahen Osten stoppen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Vom Träger des Alternativen Nobelpreises und Solarenergieexperten Hermann Scheer gelesen, erweist sich dieses Buch als "Schlichtthesenproduktion". Scheers Hauptargument gegen die Rifkinsche These, es sei notwendig, sich auf den Wasserstoff als Energieträger umzustellen, ist die von ihm sachkundig und mit einiger Verve vorgetragene Tatsache, dass damit weiterhin viel Energie für Vernetzung, Transport und Umwandlung verloren gehe und damit weder das Übel an der Wurzel gepackt noch die Abhängigkeit von zentralen Versorgern aufgehoben sei. Zwar stimmt er Rifkin in der Beschreibung der Ausgangslage zu, dass der Endpunkt der fossilen Brennstoffe "als 'prekärster Augenblick der postindustriellen Geschichte'" eingeschätzt werden muss. Und er freut sich auch darüber, wie Rifkin in den entsprechenden Passagen seines Buches "seine Stärken als Autor" zeigt und "in aufrüttelnden Sprachbildern" den Stand der derzeitigen Diskussion zusammenfasst. Aber die Wasserstoffoption ist nach Scheers Meinung nur die derzeitige "Modevision der Energiekonzerne", - und so urteilt er über Rifkins Ansatz auch scharf und eindeutig: "So wird Wasserstoff zum Alibi."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.09.2002

Dass es um die Welt schlecht bestellt ist, ist vielen Menschen schon eine ganze Weile klar, schreibt Rezensent Ulrich Kühne. Passend zum Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg hat nun auch einer der "profiliertesten unter den amerikanischen Intellektuellen und Feuilletonisten", Jeremy Rifkin, dem Themenkomplex Klimakatastrophe und begrenzte Ressourcen ein Buch gewidmet, in dem er für den umfassenden Einsatz von Wasserstoff plädiert, freut sich der Rezensent. "Rhetorisch scharf" gehe der Autor das verantwortungslose Gebaren der Energiewirtschaft an und präsentiere dann seine Lösung, berichtet Kühne. Die allerdings lässt in ihrer Argumentation selbst den Laien staunen. Denn Rifkins Vorschlag klinge zwar zunächst ganz passabel, doch bei näherer Betrachtung werde deutlich, dass der Autor - "zum handfesten Erschrecken" des Lesers - von einer ganzen Reihe physikalischer Prozesse wie der Thermodynamik und der Energieerhaltung anscheinend noch nie etwas gehört hat, klagt Kühne. "Holterdipolter" trete Rifkin einen Gang durch die Naturwissenschaften an, bei dem er Energie und Leistung, Volumen und Fläche, Geschwindigkeit und Entfernung in regelmäßiger Munterkeit miteinander verwechsle. Abgesehen von diesen inhaltlich schwerwiegenden Patzern beschwert sich Kühne aber auch über das schlechte Lektorat, das viele und "offensichtliche Selbstwidersprüche" habe durchgehen lassen. Schon schade, bedauert der Rezensent, dass es mit der Welt weiter bergab geht und die wenigen, die sich darüber lautstark beschweren, "medienheischende Ignoranten" sind.
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