Darauf haben Manfred Lenz und seine Frau Hannah sehnsüchtig gewartet: Endlich dürfen ihre beiden Kinder in den Westen ausreisen. Nach Stasi-Haft und Kinderheim ist die Familie wieder vereint. Wie ein Fotoalbum aus Worten erzählt dieser Roman vom Neuanfang im westdeutschen Wirtschaftswunderland. Von glücklichen Tagen und von Lenz' Reisen als Exportkaufmann durch Osteuropa und später als Schriftsteller nach Australien und Südamerika. Aber ist er wirklich "auf der Sonnenseite" oder verwechselt man im Westen Demokratie mit Gewinnstreben?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2010
Dies ist die Fortsetzung eines ersten, trotz leichter Fiktionalisierung sehr autobiografischen Bandes von Klaus Kordon. In "Das Krokodil im Nacken" erzählte er von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, bis zur missglückten Republikflucht, die ihn ins Gefängnis brachte. Die Fortsetzung berichtet nun vom Leben in der Bundesrepublik. Es zeigt sich, dass das Einleben in die andere Gesellschaft keineswegs einfach ist. Von den Mühen des Alltags erzählt Kordon und die Rezensentin Maria Frise muss gestehen, dass das manchmal, weil der Autor nichts dramatisiere, nicht gerade wahnsinnig spannend zu lesen ist. Eine Art Happy End aber gibt es doch. Nach dem Mauerfall nämlich gelinge Kordon seine ganz persönliche Wiedervereinigung mit seiner Heimatstadt Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2009
In den Augen der Rezensentin Anja Knabenhans ist dieser autobiografisch geprägte Roman durchaus lohnenswerte Lektüre, schon allein, weil sein Thema - das Zurechtfinden in der westdeutschen Gesellschaft nach der Ausreise aus der DDR - in diesem Roman mit einer hohen "Eindringlichkeit" vermittelt wird. Allerdings sollte der Leser etwas Vorwissen mitbringen. So lässt sich ihrer Meinung nach mehr Gewinn aus den "zahlreichen Anspielungen" ziehen und die etwas "unstete" Dramaturgie der erzählten Geschichte - vieles wird nur kurz gestreift, anderes nachhaltig vertieft - besser verdauen und einordnen. Zwar wird kein "neutrales Geschichtsbild" vermittelt, räumt die Rezensentin ein, doch die "nüchterne, unsentimentale Sprache" Kordons sorgt ihrer Meinung nach für die nötige Distanz.
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