Keto von Waberer

Umarmungen

Erzählungen
Cover: Umarmungen
Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783827007186
Gebunden, 194 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Keto von Waberer zeigt in diesen Erzählungen, wie unberechenbar Begegnungen zwischen Mann und Frau verlaufen. Zwölf Geschichten über die Möglichkeiten der Verirrung und die Unmöglichkeit von dauerhaftem Glück. Das Glück ist schwer zu finden, aber die eigentliche Frage ist: Wie lange kann man glücklich sein? Solange es dauert, eine Uhr aufzuziehen, sagte Tschechow. Diese Erfahrung machen die Männer und Frauen in Keto von Waberers Kosmos: Es reichen Kleinigkeiten, um einen Menschen aus der Bahn zu werfen. Und dann richtet er sich in den Trümmern einer Liebe und den Erinnerungen an das Glück häuslich ein. Begreift Wolfgang, wie viel er verspielt hat, als ihn die einzige Frau verlässt, die mehr als nur ein Abenteuer war? Und wenn Albert anfängt, nachts den Rasen zu mähen, ist dies seine Art, auf den Tod seiner Frau zu reagieren. So sorgfältig Micha eine Forelle zerlegt und dabei eigentlich ihre Gefühle seziert, so genau und unsentimental offenbart uns Keto von Waberer das Innenleben ihrer Helden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2007

Durchwachsen scheint Rezensentin Julia Bähr dieser Band mit zwölf Erzählungen Keto von Waberers. Neben einigen Geschichten, die belanglos vor sich hin plätscherten, findet sie aber auch solche, die sie gepackt haben. Thematisch kreisen die Geschichten ihres Erachtens um die Diskrepanz zwischen Hoffnung und Wirklichkeit, unter der Waberers Figuren, meist romantisch veranlagte Frauen, leiden: So muss der Lebensgefährte etwa ständig Affären haben, der nette Kioskbesitzer rastet aus und der perfekte Freund, der regelmäßig Briefe schreibt, existiert gar nicht. Die Sprache der Autorin wirkt auf Bähr "nüchtern", passend zu den "eher schlichten Figuren". An manchen Stellen aber "pulsiert das Buch" zu ihrer Freude.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2007

Auf Dorothea Diekmann machen die Erzählungen in Keto von Waberers neuem Buch "Umarmungen" keinen bleibenden Eindruck. Der Band versammelt zwölf Geschichten, die ausnahmslos von der Liebe und ihren Begleiterscheinungen handeln und im Milieu "kleiner Leute" angesiedelt sind, wie die Rezensentin zusammenfasst. Dabei überzeugt sie zunächst, wie die Autorin die Stilmittel der Short Story beherrscht und ihre Figuren im Moment der persönlichen Krise zeigt. Jedoch befindet sich unter der handwerklich geschickt arrangierten Oberfläche nicht allzuviel Tiefe, wie die Rezensentin bemängelt. Zu klischeehaft sind ihr die Figuren gestaltet: So werden die weiblichen Figuren als tragisch leidende Opfer dargestellt und die Männer als Frauenhelden, wie die Rezensentin kritisiert. Darüber hinaus stört sie sich an Waberers Hang zur Nostalgie. So sind die Orte des Geschehens wie Schrebergärten oder Schneidereien keinesfalls mehr zeitgemäß und zeugen von Weltfremde, wie die Rezensentin schließt.
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