Thomas Weiss

Flüchtige Bekannte

Roman
Cover: Flüchtige Bekannte
Berlin Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783827012111
Gebunden, 192 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Man hört sie immer wieder: Geschichten von Menschen, die nur kurz Zigaretten holen und dabei auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Thomas Weiss erzählt in seinem neuen Roman von einer Frau, die sich das Recht auf ein eigenes Leben nimmt und stellt damit die großen Fragen nach Verantwortung und Liebe, Pflicht und Freiheit, Gefangensein und Selbstverwirklichung. "Ich muss noch mal kurz hoch ins Büro, Schatz!" - das sind die letzten Worte, die Berthold Schulz von seiner Frau hört. Seit über einem Jahr ist sie verschwunden, doch es liegen keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen vor. Eine interessante Story, denkt sich auch der Erzähler dieser Geschichte, ein Journalist. Er recherchiert, schreibt über den Fall, bittet um Hinweise über den Verbleib der Architektin Maren S.: Hat sie tatsächlich Aufziehvögel vor dem Centre Pompidou verkauft? Auch in Polen will man sie gesehen haben, unterwegs auf einem Fahrrad. Dann ist sich ein Leser sicher: Sie sei Tennislehrerin in einem All-Inclusive-Club auf Djerba ein Foto lässt keine Zweifel. Der Journalist ist elektrisiert. Sofort bucht er einen Tenniskurs und fliegt nach Tunesien. Doch warum nennt er seiner Frau ein falsches Reiseziel?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2014

Christoph Schröder vermisst nach "Flüchtige Bekannte" den alten Thomas Weiss, den, der erbarmungslos das Seelenleben seiner Figuren auslotet. Der alte Thomas Weiss hätte den klischeebefrachteten Anfang dieses Romans ironisch aufs Korn genommen, ist sich der Rezensent sicher: eine Frau verschwindet scheinbar spurlos, nachdem sie Mann und Tochter gesagt hatte, noch eine Weile im, Büro zu sein, ein Journalist (und der Erzähler des Romans) stöbert sie auf Djerba auf, wo sie Tennisunterricht gibt, und entschließt sich, gleich dort zu bleiben und gleichfalls Reißaus von der Heimat zu nehmen, fasst Schröder zusammen. Diese Konstellation wird dann mit allerlei Floskeln über "das Wie und Warum des Weitermachens" und über Neuanfänge begossen, um schließlich in einem wirren Traum zu enden, der, unnötig, sämtliche Handlungsfäden leerlaufen lässt, bedauert der Rezensent.
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