Aus dem Französischen von Kai Wilksen. Handlettering von Dirk Rehm. Farbiger Comic. Es beginnt mit einem heiteren Kaffeetrinken, zu der die junge Dame ihren Schwarm eingeladen hat. Kuchen und heiße Schokolade werden gereicht, und es verspricht ein vergnügliches Rendezvous zu werden. Doch die Idylle schlägt in blankes Entsetzen um, als dicke violette Tropfen von der Decke fallen und alles zusammenzubrechen droht. In letzter Sekunde entkommen die beiden ans Tageslicht, um zu erkennen, dass es nicht ein Haus oder eine Höhle war, aus der sie geflohen sind - hinter ihnen liegt, um ein Vielfaches größer als sie selbst, ein Mädchen leblos im Gras. Eine Reihe weiterer kleiner Geschöpfe entsteigen dem toten Körper, und sie alle müssen sich nun gemeinsam in einer bedrohlichen Natur zurechtfinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.01.2010
Dieser Comic hat Christian Schlüter ganz schön zugesetzt. Was so harmlos und pastellfarben beginnt, führt unseren Rezensenten jäh in die Abgründe einer gruseligen Fabel mit Freudscher Albtraumlogik. Es ist diese Mischung aus Niedlichkeit und Grauen, die Schlüter fesselt. Dass es sich bei dem Band der Herren Pommepuy und Cosset um ein Kinderbilderbuch handelt, möchte Schlüter lieber nicht behaupten. Wenn Mädchen durch Riesenleichname krabbeln und Vögel kleine Jungs zerhacken, wird es ihm doch sehr unbehaglich. Die zeichnerische Umsetzung, erklärt Schlüter, dreht das Rad immer noch einen Zacken weiter, und das stärkste ist für ihn: Das ambitionierte Projekt gelingt und wird nicht zum gefälligen Quatsch.
Geradezu hingerissen bespricht Rezensent Sven Jachmann diesen kunstvollen Comic, an den er das Prädikat "exzellentes Kunstwerk" vergibt. Es beginne harmlos märchenhaft mit einem Kaffeekränzchen, bei dem sich ein schüchternes Pärchen zum ersten Mal küsst. Bald aber kippt die Szene ins Düstere, sogar eine Leiche liegt dem Pärchen auf der Flucht vor dem plötzlichen Unheil im Weg, wie Jachmann schreibt. Aus dem toten Körper des jungen Mädchen dringen dessen Erinnerungen wie Fabelwesen nun an die Oberfläche der Geschichte, die immer finsterer, immer wüster wird, wie den Ausführungen des gefesselten Kritikers zu entnehmen ist. Schaurige Doppeldeutigkeit bescheinigt er den zuckersüßen Bildern, die Marie Pommepuy und Sebastien Cosset von den fantastischen Vorfällen gezeichnet haben.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…