Mit Illustrationen von Claudia Weikert. Elsie ist immer gut gelaunt, witzig und voller verrückter Ideen. Was sehr nützlich sein kann, wenn man 10 ist und beschließt, sich selbst auf die Suche nach der "verschwundenen" Mutter zu machen. Noch besser ist es, wenn man in dem Moment, wo die Welt ein bisschen unübersichtlich wird, Hilfe bekommt: Zum Beispiel von einem klugen Karibu, das ausgestopft an der Wand hängt, Elsie jeden Tag neue Ratschläge erteilt und so zu einem wunderbaren Lebensberater wird. Karibu-Regel Nr. 12: "Nicht immer ist alles schwarz oder weiß. Es gibt mindestens tausend Zwischentöne".
Elsies Leben gerät ein kleines bisschen aus den Fugen, als ihre Mutter plötzlich verschwindet. Was sie öfter tut, aber diesmal länger als gewöhnlich. Warum? Und ob sie zurückkommt? Diese Fragen stellt sich nicht nur Elsie, sondern auch Rezensentin Jana Ronte. Katja Alves hat sich dazu entschieden, keine oder nur vage Antworten zu geben, so wie sie überhaupt vieles offen lässt, stattdessen Raum gibt für Elsies durchaus lebhafte Fantasie und natürlich auch für die Gedanken ihrer Leserinnen und Leser. "Bücher sollen Komplizen sein", habe Alves einmal gesagt, so Ronte, die in "Elsie und das Karibu" so ein Komplizen-Buch vermutet. Was sie von dieser Kinderbuch-Poetologie hält, erfahren wir nicht. Der Witz, mit dem Alves von der seltsamen Freundschaft der jungen Heldin mit einem sprechenden ausgestopften Karibu erzählt, steht allerdings außer Frage für die Rezensentin, genauso wie der starke Effekt der schwarz-weiß-Illustrationen. Und am Ende fühlt sich sogar alles ziemlich happy an, obwohl viele Fragen unbeantwortet bleiben, so die Rezensentin.
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