Herausgegeben von Inge Jens. Die vorliegende Edition präsentiert alle bisher bekannten 41 Briefe von Katia Mann an ihren Ehemann Thomas aus den Jahren 1920-1950. Die sehr privaten Aufzeichnungen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurden, enthalten nicht nur persönliche und familiäre Mitteilungen, sondern lassen auch erahnen, in welchem Stil die verlorenen Zauberberg-Briefe Katia Manns aus Davos 1912 geschrieben gewesen sein dürften, die Thomas Mann dann, nachdem er 1910 die Arbeit an dem Roman wieder aufgenommen hatte, zu den Sanatoriums-Kapiteln inspirierten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2009
Wolfgang Schneider erfährt zwar aus den 41 Briefen von Katia Mann an ihren Mann Thomas nichts über die Strategie, wie sie mit dessen "homophilielastigen Sowohl-als-auch-Erregbarkeit" umging, wie der Rezensent mit unnachahmlicher Vorsicht schreibt. Dafür ist ihm ein Blick in die ein halbes Jahrhundert dauernde Ehe gewährt, den er fesselnd und erhellend findet. Katia Mann präsentiert sich ihm als nie versiegende Quelle der Bestätigung und Stütze der mitunter "labilen" Schriftstellerseele, wie er wissen lässt. Irritiert haben ihn die latent antisemitischen Äußerungen in den Briefen und hier hätte er sich doch ein kommentierendes Wort von Herausgeberin Inge Jens gewünscht, deren Erläuterungen er ansonsten aber Gründlichkeit attestiert.
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