Kate Berridge

Madame Tussaud

Biografie
Cover: Madame Tussaud
Osburg Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783940731180
Gebunden, 368 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von F. Mader und A. Wagner. Es klingt wie im Märchen: Eine mittellose Halbwaise, die im Hause eines gebildeten Onkels Obdach findet, zu einer gewandten jungen Frau heranwächst und dann in Paris Aufstieg und Fall Ludwigs XVI. erlebt. Doch Marie Tussaud, 1761 als Marie Grosholtz im elsässischen Straßburg geboren, hat Glück - und Geschick. 1789 muss die junge Wachsbildnerin, die schon Voltaire und Angehörige des hohen Adels porträtieren durfte, die Schrecken der Revolution mitansehen. Die Jakobiner zwingen sie, Totenmasken prominenter Opfer der Guillotine anzufertigen, doch sie selbst überlebt. Mit der Erbschaft ihres Onkels, einer Wachsfigurensammlung, macht sie sich 1802 auf den Weg nach England. Am Londoner Strand zeigt Madame Tussaud ihre erste Show mit den Berühmten der damaligen Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2009

Gelungen findet Helmut Mayer diese Biografie Madame Tussauds, die Kate Berridge vorgelegt hat. Auch wenn er einige der Legenden nacherzählt, die über die Gründerin des Wachsfigurenkabinetts im Umlauf waren, betont er doch die dürftige Quellenlage für die erste Hälfte ihres Lebens. Über diese Verlegenheit hilft sich die Autorin in seinen Augen geschickt hinweg, indem sie ausführlich das Pariser Leben am Ende des Ancien Regime und der Revolutionszeit schildert. Bei der Darstellung von Tussauds Zeit in England dann kann Berridge auf eine Fülle von Quellen und Literatur zurückgreifen. Mayer lobt die anschaulichen Schilderungen der englischen Verhältnisse in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts und der zunehmenden Berühmtheit von Tussauds Wachsfigurenkabinett, das durch die lebensechten Figuren und brillanten Effekte schon damals eine Attraktion war. Besonders instruktiv scheinen Mayer die zahlreichen Details zur zeitgenössischen Populärkultur. Dass der Autorin gelegentlich "stilistische Ausrutscher?, fällt in seinen Augen darüber nicht allzu negativ ins Gewicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2009

Eingenommen ist Manfred Schwarz für Kate Berridges Biografie Madame Tussauds (1761-1850), deren Wachsfigurenkabinett schon zu ihren Lebzeiten eine Attraktion war. Das Buch der englischen Journalisten zeichnet sich für ihn durch Scharfsinn und Unterhaltsamkeit aus. Deutlich wird für ihn die wichtige Rolle, die Tussauds Wachsfigurenkabinett bei der Entfaltung der populären Kultur spielte: "Schlüssellochblicke für Voyeure, Starkult und Freak-Show, Glamour und Grauen." Schwarz bescheinigt der Autorin, die Geschichte des Kabinetts kulturhistorisch höchst erhellend mit der Entwicklung der populären Kultur im vorrevoultionären Paris und dann im viktorianischen England zu verbinden. Die Person Tussaud bleibt in seinen Augen dagegen etwas vage, was für ihn zum einen mit der spärlichen Quellenlage, zum anderen mit deren emotionslosen, opportunistischen und geschäftstüchtigen Persönlichkeit zu tun hat.
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