Geordie Greig

Frühstück mit Lucian Freud

Cover: Frühstück mit Lucian Freud
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2014
ISBN 9783312006090
Gebunden, 272 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Um das Leben des Malers Lucian Freud ranken sich viele Gerüchte nicht zuletzt, weil er Privates rigoros vor der Öffentlichkeit abschirmte. Geordie Greig gehörte zu Freuds engsten Vertrauten, mit ihm teilte er Geschichten aus seinem Leben, das voller Arbeitswut, grausamer Rücksichtslosigkeit und einer fatalen Hang zum Glücksspiel war. Greig enthüllt in seiner Biographie eine faszinierende Persönlichkeit, für die jeder aus der High Society liebend gern Modell sitzen wollte, obwohl es monatelange Tortur bedeutete. Illustriert mit vielen unbekannten Fotos und Bildern, ist diese Biographie eines der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts zugleich ein lebendiges Stück Kunstgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2014

Susanne Kippenberger hat sich bei Geordie Greigs Buch über den Maler Lucian Freud zwar auch amüsiert und einiges Interessantes gelesen, der Ärger scheint bei ihr aber zu überwiegen. Es wundert die Rezensentin überhaupt nicht, dass Greig, heute Herausgeber der "Mail on Sunday",  früher Chefredakteur des gehobenen Klatschblatts "Tatler" war, denn er bietet absurd viele Namen von Geliebten des Malers und deren Umfeld auf und glänzt mit zu vielen und unnötigen Informationen, so Kippenberger. Sie räumt ein, dass die Aufmachung des Bandes und die vielen Fotos, die zu einem nicht geringen Teil vom Autor selbst stammen, durchaus ansprechend sind, aber dagegen stehen stilistische Verrenkungen und ziemlich nichtssagende Bemerkungen und so bleibt bei diesem Band wohl vor allem der Ärger.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2014

Zu einem klaren Urteil über Geordie Greigs nun unter dem Titel "Frühstück mit Lucian Freud" erschienene Biografie möchte sich Rezensentin Catrin Lorch nicht durchringen. Durchaus fasziniert scheint sie dem britischen Star-Journalisten zu folgen, der hier Lucian Freuds unzählige Affären mit Frauen der aristokratischen englischen Gesellschaft zu ordnen versucht. Leider muss sie jedoch gestehen, dass sie die Betrachtung ihrer künstlerischen Bedeutung in Freuds Werk vermisst, sowie ihr überhaupt die Kunst des Malers in dieser Zusammenstellung seiner Ausschweifungen zu kurz zu kommen scheint. Auch Greigs Formulierungen findet die Kritikerin teilweise zu abgedroschen und so liest sie hier auf mehreren hundert Seiten nicht mehr als ein "Who is Who" der Jahrgänge 1960 - 1980.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2014

Lucian Freud hat es genossen, für unmoralisch, dunkel und animalisch gehalten zu werden, weiß Gina Thomas, und nach Lektüre dieses Buchs kann sie seinem Autor nur attestieren, dem Maler ausgesprochen dienlich gewesen zu sein. Trotzdem kann sie nicht verstehen, warum der Maler, der zeit seines Lebens ein solches Aufhebens um seine Privatsphäre gemacht hat, der sich nicht einmal in Wählerverzeichnis eintragen ließ und seinen Vertrauten ein absolutes Schweigegelübde abverlangte, sich ausgerechnet diesem Journalisten anvertrauten. Geordie Greig war Chefredakteuer des "Tatlers" und dann der "Mail on Sunday" und er tischt in seinem Buch alles auf, was er an Klatsch und Tratsch über den Maler hat zusammentragen können, über seine mindestens vierzehn Kinder, seine magische Macht über Tiere, seine verwetteten Millionen. Auch wenn Freud immer "zwischen Adel und Unterwelt" gelebt habe, ist das der Rezensentin nicht genug.
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