Karsten Rudolph

Die Partei der Freiheit

Willy Brandt und die SPD 1972 - 1992
Cover: Die Partei der Freiheit
J. H. W. Dietz Verlag, Bonn 2002
ISBN 9783801203054
Gebunden, 632 Seiten, 27,60 EUR

Klappentext

Zahlreiche Abbildungen und Dokumente. Für Willy Brandt war die SPD eine historisch gewachsene "Willens- und Aktionsgemeinschaft", die gesellschaftliche Probleme aufgreift und diese mit Aufklärungsarbeit und parlamentarischen Mitteln zu lösen sucht. Für ihn bildete die SPD ein Mittel gemeinschaftlicher und individueller Emanzipation. Seine für diesen Band ausgewählten Reden, Aufsätze und Briefe sowie die von ihm geprägten Aufrufe des SPD-Parteivorstandes erhellen die historische Dimension des politischen Wirkens des Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden der SPD von 1972 bis 1992. Der Band enthält vor allem Dokumente, die programmatischen Charakter tragen, politische Weichenstellungen markieren oder innerparteiliche Krisensituationen und Schlüsselereignisse nachzeichnen. Darüber hinaus wird Willy Brandts Naturell beleuchtet, sein politisches Selbstverständnis und seine Amtsführung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Für den Rezensenten Robert Leicht ist Willy Brandt noch immer paradox, einerseits sei er einer der ganz Großen, wenn nicht sogar "der Größte" gewesen, doch andererseits "war man mit ihm eigentlich nie so recht zufrieden". Von der auf zehn Bänden angelegten "Auswahl Wichtiger Reden, Artikel und Briefe Brandts" sei nun der fünfte erschienen, der sich von 1972 bis 1992 erstreckt. Diese Jahre, so Leicht, seien die des Höhepunktes, und dann des Niedergangs gewesen. Für Leicht zeigt sich in diesen Dokumenten, wie "umstritten" Brandts Führung war, bis in die eigenen Parteikreise hinein. Doch aus der Fülle des Materials stechen für den Rezensenten die Briefwechsel zwischen den großen Figuren des innerparteilichen Dissenses heraus. Hier entpuppe sich Brandt als jemand, der sich eines "eigenartig indirekten, fast verklausulierten Kommunikationsstils" bedient, vielleicht um die Einheit der SPD nicht zu gefährden, mutmaßt Leicht. Nicht nur "spannende Dokumente" offenbaren sich dem Leser, sondern auch, "nahezu verborgen, eisige Dramen". Eins sei allerdings vonnöten, um diese von Karsten Rudolph "überaus detailliert und sachlich annotierte" Ausgabe wirklich gewinnbringend zu lesen: die Parallel-Lektüre einer Brandt-Biografie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.10.2002

Die guten, aber auch schlechten Zeiten in Willy Brandts Wirken innerhalb der SPD zwischen den Jahren 1972 und 1992 bilanziert ein neuer Band der vom Dietz-Verlag herausgegebenen Gesammelten Werke. Damit reiht sich das 632 starke Werk in eine Reihe von Bänden ein, die bereits zu Jugend, Exil und früheren zeitlichen Abschnitten seiner Politik informierten. Zu Wort kommt Brandt selbst - in ausgewählten Reden, Artikeln und Briefen, die, wie Cathrin Kahlweit befindet, überaus eindrucksvoll und ungeschönt konturieren, dass Willy Brandt eben nicht nur der "politische Superstar" seiner Partei war, sondern auch ein "Frauenheld und Vieltrinker, ein "Depressiver und manchmal hemmungslos Inaktiver", der in seiner Partei "oft als führungsschwach" eingeschätzt wurde.

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