Karl Schlögel

Das russische Berlin

Cover: Das russische Berlin
Suhrkamp Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783518428566
Gebunden, 667 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Fast eine halbe Million russischer Flüchtlinge nahm Berlin Anfang der 1920er Jahre auf. Die Stadt war in der Zwischenkriegszeit nicht nur die "Stiefmutter der russischen Städte", sondern auch heimliches Zentrum der Weltrevolution. Hier trafen die totalitären Bewegungen aufeinander, die das Schicksal Europas im "Zeitalter der Extreme" besiegelten. Karl Schlögel spürt die große Geschichte in der kleinen auf, er folgt den dramatis personae und rekonstruiert die Netzwerke, in denen sie sich bewegen. Die Welt der Bahnhöfe und die der Salons im Tiergartenviertel, die Dichter des Silbernen Zeitalters und die Agitkünstler der Sowjetmacht, der Empfang in der sowjetischen Botschaft und Nabokovs Beobachtungen zum Aufstieg der Nazis, die Stadtwahrnehmung der Taxifahrer und der Skandal um die "Zarentochter Anastasia".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2019

Burkhard Müller erhält mit Karl Schlögel und seiner an Walter Benjamin geschulten literarischen Geschichtsschreibung eine historische Perspektive auf Berlin und Osteuropa. Wie der Autor unterhaltsam, ironisch bisweilen, quellensatt (Zugfahrpläne, Adressbücher!) als ausgewiesener Russland-Experte über deutsch-russische Grenzgänger schreibt, scheint Müller höchst lesenswert. Die vorliegende, um neue Porträts erweiterte Neuauflage scheint Müller zudem interessant, da der Autor seine Meinung zu Russland offenbar korrigiert hat, vom Jubel in der Ausgabe von 1998 zur Skepsis von 2019. Auch wenn der Fachmann wegen der Verschmelzung von Text und Belegen vielleicht die Nase rümpfen mag, so Müller, der Laie freut sich.

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