Herausgegeben von Michael Kubitscheck. Wenn das Autoritäre um sich greift und Freiheit und Demokratie existenziell bedroht sind, wie gegensteuern? Und: warum überhaupt? Karl Loewensteins 1932 verfasste "Apologie des liberalen Staatsdenkens" ist mehr als nur Wissenschafts- und Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, und auch mehr als ein Beitrag zur Geschichte und Interpretation des Liberalismus. Der Vordenker des Konzepts der wehrhaften Demokratie streitet in seinem mit Herz und Verstand vorgetragenen Plädoyer für die Grundlagen unseres heutigen Gemeinwesens. Wider ihre Verächter kämpft er für Freiheitsrechte und Rechtsstaatlichkeit, für Deliberation, Pluralismus und Parlamentarismus, kurzum: für die Demokratie - und nicht für irgendeine, sondern für die liberale Demokratie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.11.2024
Ein "beklemmend aktuelles Szenario" erkennt der Soziologe Tilman Allert, wenn er die von Karl Loewenstein angefertigte Verteidigungsschrift der Weimarer Verfassung liest. 1932 geschrieben, entwirft der Politiologe und Verfassungsrechtler darin ein "pluralismustheoretisches Konzept" als Grundlage des Demokratischen, womit er zwar vom Konsens seiner Zeit abweicht, für uns aber hochaktuell ist. Damals zog Loewenstein selbst die Veröffentlichung zurück, der Rechtshistoriker Michael Kubitscheck hat die Streitschrift nun neu veröffentlicht und aktualisierend kontextuiert, so der Kritiker. Als "Avantgardist modernen politikwissenschaftlichen Denkens" zeigt uns der Herausgeber Loewenstein, der vehement den liberalen Freiheitsgedanken gegen die nationalistischen Strömungen seiner Zeit hochhält, aber auch die Schwächen der Weimarer Verfassung herausarbeitet, wie wir erfahren. So schlage er beispielsweise vor, die Parteienbildung staatlich zu kontrollieren. Ein engagiertes, mutiges Denken, das für Allert nach wie vor ein leuchtendes Beispiel für die "Kunst des Politischen" ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2024
Rezensent Alexander Gallus empfiehlt diese vom Münsteraner Rechtshistoriker Michael Kubitschek herausgegebene Schrift von Karl Loewenstein aus dem Jahr 1932. Nicht nur die "kluge" Einleitung und der Kommentar scheinen ihm lesenswert, auch Loewensteins mutige Warnung vor antiliberalen Strömungen. Die Streitschrift zeigt für Gallus einen optmistischen wie skeptischen Geist bei der Arbeit. Loewenstein warnte vor Populismus, appellierte an die Rechtsmoral und setzte im übrigen auf die Vernunft des parlamentarisch-demokratischen Systems und prozedurale Reformen, erklärt Gallus.
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