Karl Erich Grözinger

Jüdisches Denken

Band 1: Vom Gott Abrahams zum Gott des Aristoteles
Cover: Jüdisches Denken
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783593375120
Gebunden, 634 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Dieses auf drei Bände angelegte Standardwerk ist die erste Darstellung des jüdischen Denkens von der biblischen Zeit bis in die Gegenwart. Band 1 umfasst den Zeitraum von den biblischen Anfängen israelitischer Religion bis zum hohen Mittelalter. Karl Erich Grözinger schildert die Entstehung und Bedeutung der zentralen Elemente jüdischer Kultur und ihre wechselvolle Geschichte: die frühe Priesterreligion bis zur Zeit Nebukadnezars (6. Jh. v. d. Z.) mit ihrem archaischen Opferkult; die darauf folgende Zeit Esras, in der das Judentum sein Buch erhielt, die Tora des Moses; der große Einfluss griechischer Kultur und Religion auf das jüdische Denken nach Alexander dem Großen; die Entwicklung des rabbinischen Judentums und die damit verbundene Neudeutung der biblischen Schriften in der römischen Zeit ab 70 n. d. Z.; schließlich die mit dem Aufstieg des Islam im 9. und 10. Jahrhundert verbundenen Einflüsse des arabischen Rationalismus auf das Judentum.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2004

Friedrich Niewöhner hat einen prinzipiellen Einwand gegen Karl Erich Grözingers "Jüdisches Denken". Er stellt sich nämlich die Frage, ob man "das Judentum wirklich adäquat beschreiben" könne, "wenn man es nur als Religion ansieht?" Er beruft sich dabei auf Moses Hess, der schon 1862 festgestellt habe, dass man das Judentum als Volk ansehen müsse - "eine Beschränkung auf die Religion sei nicht möglich". Aber von diesem Generaleinwand einmal abgesehen gelte für Grözingers "Geschichte der jüdischen Religions-Lehren", dass man aus ihr viel lernen könne, "und der lange Überblick ist sehr hilfreich". Im Mittelpunkt des Werkes stehen "das Gottesbild, die Kosmologie, die Anthropologie und die Bedeutung des Gesetzes". Das titelgebende "jüdische Denken" sei in der auf drei Bände angelegten Studie "eine Bezeichnung für jüdische Theologie, jüdische Philosophie, jüdische Glaubensweise" in der Zeit von der Zerstörung des zweiten Tempels (um das Jahr 70) bis zum Mittelalter. Fragen des Kultus, der Gesellschaft und des Ethos bleiben nach Weickmanns Darstellung allerdings außen vor. Auch sei der Untertitel des Buches "unglücklich" gewählt, "denn natürlich ist in diesem Buch nicht von dem Gott des Aristoteles die Rede". Vielmehr gehe es um die "an Aristoteles ausgerichteten Philosophien" von Abraham Ibn Daud und Moses Maimonides.