Herausgegeben und eingeleitet von Thomas Stamm-Kuhlmann. Karl August von Hardenberg (1750-1822) war Verwaltungsbeamter, Diplomat, Gutsherr, Lebemann, einer der großen Staatsreformer des 19. Jahrhunderts und einer der führenden Staatsmänner im europäischen Konzert der Großmächte. Alle diese Aspekte eines reichen und glänzenden Lebens sind in den Aufzeichnungen eingefangen, die Karl August von Hardenberg hinterlassen hat. Eine textkritische Einführung und ein Lebensabriß sind der Edition vorangestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2000
Ausführlich kommentiert und mit Quellen versehen hat der Herausgeber die mal deutsch, mal französisch geschriebenen Tagebücher und Notizen; herausgekommen ist "eine Edition für den wissenschaftlichen Leser", befindet Dieter Langewiesche. Ausführlich geht der Rezensent zu Beginn seiner Besprechung auf die Bedeutung des preußischen Adligen - dessen 250.Geburtstag die FAZ durch diese Besprechung begeht - als Reformer ein. Zwar sei er gescheitert, habe aber dennoch Wichtiges beigetragen zur Neubestimmung von "Preußens Rolle in der deutschen Geschichte". Die Aufzeichnungen selbst sind in ihrer Kargheit kein "farbiges politisches Zeitgemälde", meint Langewiesche, jedoch kommt ein solches durch den "zweiten Text" des Herausgebers dennoch zustande. Momente des Alltags, wie die vielen Reisen Hardenbergs, seine Besichtigungen von Berg- und Hüttenwerken sowie die physischen Nöte des "Landherren", stehen neben politischen Einschätzungen und Reflexionen, so Langewiesche. Auch das Privatleben - mit Geliebter und Gattin - werde erst durch entsprechende Kommentare erhellt, - was verdeutlicht, dass das Tagebuch eines Herrn von Hardenberg durchaus keine leichtsinnige Angelegenheit ist.
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