Juliane Liebert

lieder an das große nichts

Gedichte
Cover: lieder an das große nichts
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518429822
Gebunden, 88 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

An der Schwelle zum Schlaf, unterwegs durch die Großstadt, begegnen wir Nikolai Gogol und Marianne Faithfull, Sockendandys und Partymädchen, Versehrten und Abgehängten, "mit dem gesicht nach unten", "am broadway an der haltestelle", "für zehn, fünfzehn minuten wirklich". Sie sind "der spiele so müde, selbst die messer haben das stechen satt". Denn was ist das Herz anderes als "ein muskulöses hohlorgan" - Kraken haben drei davon, wir Menschen: "eine plötzliche angst vor zügen". Mit untrüglichem Rhythmusgefühl und einem Ohr auf der Tanzfläche horcht Juliane Liebert in ihren flirrenden Gedichten auf "die einsamen, die lauten, die leichten dinge" und schreibt Verse von solcher Zartheit, dass sogar die Battlerapper getröstet werden. Denn selbst wenn die Erde "immer langsamer rotiert" und die Niagarafälle "abends abgestellt" werden - "morgens stellt man sie wieder an".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 31.07.2021

Tobias Lehmkuhl scheint durchaus angetan von Juliane Lieberts Gedichten. Dass die Texte einer langen Zeitspanne entstammen, lässt den Band laut Lehmkuhl dennoch nicht beliebig wirken. Der sehr deutsche Ernst der Gedichte überrascht ihn zuweilen, kennt er die Autorin doch als popaffine Musikjournalistin, doch selbst dem Topos Tod, den Liebert unter anderem an verschiedenen "verschiedenen" Dichtern durchspielt vermag die Autorin laut Rezensent etwas Komisches abzugewinnen. Das provozierte Lachen ist gleichwohl ein teuflisches, meint er.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.04.2021

Rezensent Jens Uthoff möchte nur auf ganz wenige Texte aus Juliane Lieberts Gedichtband verzichten. Die meisten nehmen ihn unmittelbar mit durch ihren Humor, die Bildlichkeit, den Ton, Popreferenzen und die schöne Gestaltung. Wenn Uthoff das Gelegenheitslyrik nennt, dann ohne Kleinmacherei. Referenzen zu Bukowski und Ferlinghetti fallen ihm ein, zum Berlin der 10er Jahre, wenn Liebert über Senfeier und Seuche schreibt, über Schamhaar und Sockendandys.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2021

Rezensent Christian Metz hat wenig auszusetzen an den Gedichten von Juliane Liebert. Der "neuen Einfachheit" möchte er sie zuordnen, als Gegengewicht zur elaborierten Poesie. Für Metz bietet diese Einfachheit jedoch einen direkten Zugang zur Gegenwart, zu ihren Protagonisten und ihrem Ton. Voller Humor, Popzitate und realer Begegnungen findet er die Texte und vor allem: Voller Affekte, Zorn etwa.
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