Es gibt nur einen angezeigten Ort für den Frischkäse, Treppe hoch, an der Literaturkritik vorbei in den Escortbereich, erster Stock. Jul Gordons neuster Band schafft erzählerische Kontexte fernab jeglichen hermeneutischen Zugriffs, aber von glasklarer Traumlogik. Hier zeltet das Krokodil in Pantoffeldistanz zu Ingeborg Bachmann, Plagiatsoldaten torpedieren ein GNTM-Shooting und ein und dieselbe Körperhaltung wird in sinnstiftender Weise in den verschiedensten Lebenssituationen eingesetzt. Bewusstseinsebenen interferieren mit den rühmlichen Bildern, existenzielle Bedrohung wird von Schabernack sekundiert, und selbst ausweglose Verhältnisse sind mit Menschlichkeit ausstaffiert.
In den Träumen der Comic-Zeichnerin Jul Gordon ist ziemlich viel los, freut sich Rezensentin Imke Staats, da tauchen Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann und Margarete Storkowski auf, am Tag erlebte Peinlichkeiten steigen nachts wieder aus dem Unbewussten hoch, und auch die Schrecken der Covid-Pandemie verabeitet die Künstlerin im Schlaf. Nun hat sie aus ihren Träumen einen unterhaltsamen Comic gemacht: In "tiefem Königsblau" gehalten und mit einem "sehr persönlichen Stil" vereint sie Schönes und Schreckliches, lobt die Rezensentin. Die Figuren findet sie schlicht, aber "ausdrucksstark". Ab und zu verlässt Gordon aber die Traumlogik und bezieht Stellung zu konkreten gesellschaftlichen Problemen wie dem Documenta-Skandal, schließt die Rezensentin.
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