Jürgen Kleindienst (Hg.)

Wir sollten Helden sein

Jugend in Deutschland 1939-1945. 38 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen
Cover: Wir sollten Helden sein
JKL Publikationen, Berlin 2001
ISBN 9783933336118
Kartoniert, 336 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Mit Ortsregister, Chronologie und vielen Abbildungen. Jungsein in Kriegszeiten? Wie erlebten 14- bis 18jährige den jahrelangen Ausnahmezustand des Zweiten Weltkrieges? Wie fanden sie sich zwischen scheinbarer Normalität und dem Irrsinn des Krieges zurecht? Im vorliegenden Buch schildern damalige "Teenager" in 38 episodenhaften Erinnerungen, was sie erlebten und empfanden: Einer wird zur "Organisation Todt" einberufen; Überall werden Zwangsarbeiter eingesetzt und getrennt durch ein strenges Kontakt- und Redeverbot; Von der nationalsozialistischen Propaganda beeinflusst gehen sie mit 17 Jahren 1943 freiwillig zur Wehrmacht; 16jährige Jungen geraten in Kriegsgefangenschaft. Je länger der Krieg dauert, umso mehr bestimmen Fliegeralarme und Bombenangriffe den Alltag...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2002

Grundsätzlich hält es Rezensent Klaus Natorp für ein "löbliches Unterfangen", wenn die "Serie Zeitgut" Zeitzeugen - in diesem Fall die zwischen 1920 und 1930 Geborenen - aufruft, ihre Erlebnisse niederzuschreiben und ihre Texte einzuschicken. Allerdings wirft er sogleich die Frage auf, für wen diese Berichte gedacht sind - eine Frage, auf die der Band laut Rezensent keine Antwort gibt. Für den Schulunterricht vielleicht, überlegt Natorp. Doch erscheint ihm eine pädagogische Wirkung von Kriegsberichten - mögen sie noch so erschütternd sein - eher "zweifelhaft". Für die "klassische Geschichtsschreibung", die sie nach Angeben des Herausgebers ergänzen sollen, bringen sie nach Einschätzung Natorps "kaum neue Erkenntnisse". Positiv wertet der Rezensent, dass der Verlag auch Banales in die Sammlung aufgenommen hat, was die ganze Spannweite menschlichen Verhaltens und Fühlens in einer dramatischen Zeit aufzeige. Auch dass die meisten Autoren über wenig Schreiberfahrung verfügen, stört den Rezensenten nicht, sind für ihn doch gerade die Berichte, die in einem "schlichten Stil ohne schriftstellerischen Ehrgeiz" abgefasst wurden, am eindrucksvollsten.
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