Wo findet man wahre Bescheidenheit? In einem Fünfsternehotel, mitten im Frankfurter Bankenviertel. Dort steht ein Mann hinter einem marmornen Tresen, der sein Glück gefunden hat: Herr Carl kümmert sich als Chefconcierge des Frankfurter Hofs um die Wünsche anderer, und seien sie auch noch so ausgefallen. Ein rezeptpflichtiges Medikament ohne Rezept? Die Ergebnisse der englischen Cricketliga? Eine Karte für ein ausverkauftes Konzert? Kein Problem für Jürgen Carl, sondern eine große Freude. Jürgen Carl erzählt, wie er seinen Platz im Leben und sein Glück gefunden hat. Und warum er, der mit 70 Jahren längst in Rente sein könnte, es vorzieht, jeden Tag im Foyer eines Hotels zu stehen und zu sagen: Machen Sie sich keine Sorgen, ich kümmere mich darum.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2010
Rezensent Florian Balke zeigt sich entzückt von den Erinnerungen Jürgen Carls, der sich seit vierzig Jahren als Concierge im Hotel "Frankfurter Hof" um seine Gäste kümmert. Der Band ist für ihn das "unzeitgemäßeste Buch, das sich denken lässt", handelt es doch vom "Glück, für andere da zu sein". Wer sich Tratsch und Klatsch verspricht, wird enttäuscht sein. So unterstreicht Balke, dass Carl ein wahrer Gentlemen und überaus diskret ist. Nichtsdestoweniger hat ihn das Buch keine Sekunde gelangweilt, auch weil Carl trotz aller Höflichkeit davon erzählt, "welche Regeln und Regelbrüche mit dem Finden des eigenen Platzes einhergehen". Sehr unterhaltsam findet er zudem Carls Berichte von der Zeit des Wirtschaftswunders, bewegend auch die Erinnerungen des Autors an Kindheit und Jugend in einem bayerischen Kinderheim.
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