Anonyma

Ganz oben

Aus dem Leben einer weiblichen Führungskraft
Cover: Ganz oben
C. H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406644986
Broschiert, 159 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Monika Schulz-Strelow. In diesem Buch berichtet eine weibliche Führungskraft von ihrem Arbeitsalltag in einer männlich geprägten Umgebung - warum ihrer Sekretärin ein männlicher Chef entschieden lieber wäre, welche Kriterien bei der Neubesetzung einer Führungsposition gelten, wie unterschiedlich Frauen und Männer Verhandlungstiefpunkte überwinden und wie man sich als Frau vergnügt, wenn es die Kollegen nach der Führungskräftetagung ins Rotlichtviertel zieht. Präzise und (selbst)ironisch zeigt das Buch auf, wo die Probleme liegen, die es Frauen in Deutschland so schwer machen, bis in die Führungsetagen vorzudringen. Es bietet einen einzigartigen, aus eigenen Erfahrungen gewonnenen Einblick in das Sozialverhalten der fast ausschließlich männlichen deutschen Wirtschaftselite.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.08.2013

Sehr aufschlussreich findet Heide Oestreich diesen aus Selbstschutzgründen anonym verfassten Bericht einer Karrierefrau über ihre Erfahrungen in der männlich und von Statuskämpfen geprägten Chefetage eines Großkonzerns. Nicht nur stößt die Autoren dort auf Probleme, was die Organisation von Dienstwagen betrifft, die ihren Kollegen selbstverständlich zur Verfügung stehen, sie findet sich auch alsbald und - wie sie selbstkritisch anmerkt - durchaus auch selbst verschuldet in der weiblichen Rolle der Kleinkram-Organisatorin wieder. Aufschlussreich findet die Rezensentin das vor allem auch, weil dieser "unaufgeregt aufgeschriebene" Bericht eben nicht von krassen Ausfälligkeiten, sondern allenfalls von Irritationen handelt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.03.2013

Das Timing dieses Buches ist angesichts der gerade heiß laufenden Diskussionen um Frauen in Führungspositionen perfekt, meint Petra Pinzler, die aber mit diesem Insiderbericht einer anonym bleibenden Autorin nicht zufrieden ist. Abgesehen davon, dass sie sich in dem Buch mit allzu vielen banalen, pauschalen und verallgemeinernden Urteilen über die Schwierigkeiten, mit denen sich Frauen im Management konfrontiert sehen, abgespeist wird, hätte sich die Rezensentin auch einige Gedanken zu den Gründen der Misere erhofft, sowohl zu dem Umstand, dass es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt, als auch, wie sie sich wohler dabei fühlen könnten. Und neben all der Larmoyanz hätte sich Pinzler auch ein bisschen mehr "Wut" und "Stolz" aufseiten der anonymen Autorin gewünscht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2013

Einen ambivalenten Eindruck hat dieses Buch einer anonymen Führungskraft über ihr Leben als Topmanagerin in einem deutschen Unternehmen mit Milliardenumsatz bei Kristina Maidt-Zinke hinterlassen. Was die Frau an der Spitze über die Vorurteile, schlechten Manieren, Repressionen und Anzüglichkeiten ihrer männlichen Kollegen zu berichten weiß, klingt für sie sehr überzeugend und nachvollziehbar. Allerdings stellen sich bei ihr Zweifel an der Authentizität dieser Anonyma ein. Unglaubwürdig wirkt auf sie die Unbeholfenheit der Autorin in alltäglichen Dingen, etwa bei der Auswahl des passenden Outfits. Auch der Ton, in dem das Buch gehalten ist, scheint Maidt-Zinke fragwürdig. Sie beschreibt ihn als "kurios doppelzüngig", als Mischung aus "Lamento und Ratgeber". Bisweilen wirkt diese Topmanagerin, die sich aufopfert für die Alphatiere und zugleich mit ihnen hadert, aber weiter macht, warum auch immer, auf sie gar wie ein "böswillig erfundener Witz".
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