Der Zweibund zwischen dem Deutschen Reich und Österreich -Ungarn war seiner usprünglichen Anlage nach eine Defensivallianz, ein Instrument zur Friedenssicherung, gedacht als Mittel zum Spannungsabbau nach dem Berliner Kongress (1878). Doch im Laufe der Jahrzehnte entartete er zu einem offensiven Block, einer beinahe zwanghaften Verbindung, deren Partner schließlich unfähig zur friedlichen Konfliktbewältigung waren. Das Buch von Jürgen Angelow schildert den Wandel und Verfall des Zweibundes im Jahrzehnt vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2000
Jost Dülffer gefällt an diesem Buch besonders, dass es deutsche Außenpolitik nach Bismarck und vor dem Ersten Weltkrieg beschreibt. Bisher galten nämlich, so Dülffer, Bismarcks Nachfolger allesamt als Stümper, dank derer Deutschland auf den Ersten Weltkrieg zuraste. Der Zweibund war ein Bund zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn, der von 1879 bis 1918 hielt. Angelow zeige deutlich, dass dieser Bund nicht nur von militärischen sondern vor allem auch wirtschaftlichen Interessen getragen wurde. Angelow stelle den Bund in drei Phasen dar: erst war er "Druckmittel" gegen Russland, das auch bald nachgab, so dass 1881 ein Dreierbund gegründet wurde, später wurden die handelspolitischen Beziehungen wichtiger als die politischen, und schließlich bildete der Bund "das Rückgrat für eine offensiv-imperialistische österreichische Balkan-Politik", erläutert Dülffer. Den häufigen Perspektivenwechsel des Autors, der neben wirtschaftlichen und politischen Aspekten auch "mentalitätsgeschichtliche" und "modernisierungstheoretische" einbezieht, findet der Rezensent gelegentlich etwas verwirrend. Dennoch lobt er diese Arbeit sehr, weil sie "den Strukturwandel des europäischen Staatensystems in seiner imperialistischen Phase" am Beispiel des Zweibundes gründlich und "kenntnisreich" beschreibt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…