Josef H. Reichholf

Mein Leben für die Natur

Auf den Spuren von Evolution und Ökologie
Cover: Mein Leben für die Natur
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015
ISBN 9783100629470
Gebunden, 640 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Vögel, die sich in Wasserfälle stürzen, Ameisen, die unterirdische Pilzgärten anlegen, Jaguare, die ursprünglich in Italien und auf dem Balkan lebten, bevor sie nach Nord- und Südamerika wanderten. Kaum jemand hat so viele Tiere beobachtet - seltene und weitverbreitete - wie der große Naturforscher und bekannte Autor Josef H. Reichholf. Basierend auf der Vielfalt seiner Erfahrungen und Forschungen entwickelte er seine viel diskutierten Thesen zur Ökologie, Evolution und zum Naturschutz. Nach einem halben Jahrhundert blickt er zurück und zieht Bilanz: In der Natur gibt es keinen besten oder einzig richtigen Zustand, Stabilität bedeutet Stillstand und führt zum Niedergang. Leben ist steter Wandel, nichts bleibt so, wie es ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.04.2016

Rezensent Burkhard Müller scheut nach der Lektüre von Josef H. Reichholfs "Mein Leben für die Natur" nicht den Vergleich mit Alexander von Humboldt. Denn der Biologie schreibt so gelehrt, mit so viel Liebe und "sinnlicher Nähe" von der Natur, dass der Kritiker das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Er lernt hier etwa, dass Evolutionstheorie und Ökologie kaum noch zusammenwirken, so dass beispielsweise das Nutzungsverbot des Auwalds einen Rückgang der dort lebenden Tiere bewirkt. Reichholf, der fast alle Kontinente und Klimazonen bereiste, erscheint dem Rezensenten als Spezialist der alten Garde, der seinen reichen Erfahrungsschatz sehr lesenswert vorzutragen weiß. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 09.01.2016

Die im ersten Satz des Buches explizit formulierte Absicht, keine Autobiografie schreiben zu wollen, könne der Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf nicht einlösen, urteilt Cosima Lutz. Trotzdem oder gerade deshalb erfreut sich die Rezensentin an der geschilderten Entwicklung vom naturinteressierten Jugendlichen zum Uniprofessor. Dabei ist Reichholf in Lutz' Augen nicht gerade ein versierter Stilist, sondern "schreibt lieber bedächtig, ja altertümlich". Insgesamt fällt das Fazit der Kritikerin ambivalent aus: Sie schätzt manch hellsichtige Darlegung und wichtige Einsicht zum Thema Ökologie, zeigt sich aber auch irritiert vom "rhetorischen Holzhammer" des Autors, wenn es um Naturschutz und die Rolle der Medien geht: "Das nimmt stellenweise marottenhafte Züge an", findet Lutz, "da verlässt ihn die Sorgfalt, da lügt die Presse ein bisschen zu pauschal".

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…