Jon McGregor

Speicher 13

Roman
Cover: Speicher 13
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2018
ISBN 9783954380848
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Ein kleines Dorf in Mittelengland. Die dreizehnjährige Rebecca Shaw, die hier mit ihren Eltern die Weihnachtsferien verbringt, kehrt von einer Moorwanderung nicht zurück. Die Polizei leitet umgehend eine großangelegte Suchaktion ein. Ein Hubschrauber wird eingesetzt, Beamte durchkämmen die Gegend, Taucher kontrollieren die umliegenden Speicherseen. Auch die Dorfbewohner beteiligen sich an der Suche. Die Presse erfährt vom Verschwinden des Mädchens und schickt Reporter vor Ort. Bald schon fürchten alle Beteiligten das Schlimmste, und die Leute im Dorf müssen einen Weg finden, im Schatten der Ereignisse ihren Alltag zu bewältigen.
In seinem Roman erzählt Jon McGregor, wie Menschen mit einer Tragödie umgehen, die sie aus nächster Nähe miterleben, und was von dieser Tragödie den Wandel der Zeit überdauert. Denn die Ungewissheit bleibt. Auch wenn die Jahre vergehen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.02.2018

Rezensent Elmar Krekeler wundert es schon nicht mehr, dass ein Krimiautor wie Jon McGregor bei uns nicht die Ehre erhält, die ihm gebührt. Wenn sich der Autor mit diesem Roman einmal mehr gängigen Verlaufsformen, Dramaturgien und Erzählstrategien des Genres widersetzt und dem Leser statt Aufklärung sehr britische Alltagsgeschichte und den Einfall des Bösen bietet, ist Krekeler umso mehr fasziniert. So trocken und doch genau bis in die kleinsten Porträts und Begebenheiten ist sonst keiner, versichert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.01.2018

Zufällig und unvorhersehbar erscheinen all die Ereignisse, die gewöhnlichen und die ungewöhnlicheren, die ein Leben bilden, dem Menschen, der sie gegenwärtig erlebt. Im Rückblick jedoch stellen sie sich dem selben Menschen als determinierte, logisch aufgebaute Kausalkette dar - ganz ähnlich erlebt Rezensentin Sylvia Staude Jon McGregors neuen Roman. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass jeder der "scheinbar absichtslosen, schlicht gebauten Sätze" und jedes kleine, mit leichter Hand eingestreute Detail ein Teil des großartigen Mosaiks ist, das der Autor mit diesem Buch zusammensetzt, erklärt Staude. Die Geschichte scheint vertraut: Ein Mädchen verschwindet in einem kleinen englischen Ort und wird 13 Jahre lang gesucht. Während dieser 13 Jahre, in denen der auktoriale aber zurückhaltende Erzähler die Bewohner des Dorfes beobachtet und begleitet, verändert sich vieles, ganz gewöhnliches und doch schafft es der begabte Autor, dass man dieses Buch, das so viel mehr ist als ein Krimi, einfach nicht mehr weglegen möchte, freut sich die begeisterte Rezensentin.