Aus dem Englischen von Thomas Bodmer. Otilla findet tief im Wald ein altes Haus, in dem ein Totenkopf wohnt. Sie freundet sich mit ihm an und darf dort übernachten. Der Totenkopf aber warnt das Mädchen: Jede Nacht sucht ihn ein kopfloses Gerippe heim. Es möchte ihn einfangen, um endlich sterben zu können. Otilla schmiedet einen Plan, wie sie das Gerippe loswerden können - ein für alle Mal. Für sein neues Buch hat sich Jon Klassen von einem Tiroler Volksmärchen inspirieren lassen. Seine Version der gruseligen Geschichte zeichnet sich durch trockenen Humor und reduzierte, aber tiefgründige Illustrationen aus. Niemand haucht einem Totenschädel so viel Leben ein wie Jon Klassen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.10.2023
Große Kinderbuchkunst bekommt der Rezensentin Kim Kindermann mit dem neuen Werk von Jon Klassen. Die Neuinterpretation eines Tiroler Volksmärchens um ein junges Mädchen und einen einsamen Totenkopf gelingt laut Rezensent durch sprachliche Lakonie, reduzierte Zeichnungen und einen heilsamen Grusel. Im Kern geht es um Selbstermächtigung, Freundschaft und ein Ende der Angst - alles echte Kinderthemen, um die herum Klassen viel Raum für die Gedanken seines jungen Publikums lässt, wie der Rezensent findet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2023
Den Bilderbuchkünstler Jon Klassen kennt Kritiker Fridtjof Küchemann schon aus vielen Märchen-Nacherzählungen, hier legt er die schaurig-schöne Bearbeitung eines Tiroler Volksmärchens vor. Die junge Otilla flieht in der schneeverhangenen Dunkelheit mitten in den Wald, dort kommt sie an einem Schloss vorbei, in dem eine etwas ungleiche Freundschaft mit einem Totenkopf beginnt, verrät Küchemann, beide müssen sich gegen ein Skelett wehren, das das Schloss heimsucht. Dabei weicht Klassen in seiner kargen, knappen, viel mit Licht und Schatten spielenden Malweise auch mal vom Ursprungstext ab und lässt das Ende offen, was dem Rezensenten aber durchaus zusagt.
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