John Knowles

Ein anderer Frieden

Roman. (Ab 16 Jahre)
Cover: Ein anderer Frieden
Carlsen Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783551580511
Gebunden, 265 Seiten, 13,75 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hansjörg Schertenleib. Während in Europa Krieg herrscht, verbringen die Jungen der ameri­kanischen Devon School einen unbeschwerten Internatssommer 1942. Es ist der letzte wilde Sommer ihrer Freundschaft. Gene, der Intellek­tuelle, und Phineas, der Sportliche, gründen einen geheimen Klub. Alle Mitglieder müssen eine Mutprobe bestehen, indem sie von einem Baum in den Fluss springen. Aber durch einen tragischen Unfall wird die Freundschaft der beiden Anführer auf die Probe gestellt: Gene trägt die Schuld daran, als Finny eines Tages vom Baum stürzt und dabei sein Bein so schwer verletzt, dass er nie mehr Sport treiben kann. Gene spricht zunächst nicht darüber, doch die Wahrheit bleibt nicht lange verborgen ? der Krieg, den die Internatsschüler von Devon schließlich austragen, wird zum Abbild eines größeren. Und Gene und seine Freunde müssen ihren eigenen Frieden finden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.02.2002

Nur Lob gibt es für diesen jetzt neu übersetzten "Klassiker" aus dem Jahre 1959. "Dicht komponiert, unzeitgemäß, konzentriert und suggestiv" findet Rezensent Reinhard Osteroth den Roman. Besonders gefällt ihm an der Geschichte über einen Krieg unter Schulfreunden, wie Knowles sie erzählt, nämlich "langsam, beharrlich und melancholisch", dabei mit "jähen Wendungen und Nebensträngen". Für Osteroth eine wirkliche Wiederentdeckung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2001

In einer Doppelbesprechung rezensiert Gerda Wurzenberger zwei Bücher für junge Erwachsene, die gerne lesen, sich aber "niemals in der Kinder- und Jugendbuchabteilung einer Buchhandlung blicken lassen würden".
1.) T.C.Doyle: "Der Fliegenmensch und andere Stories" (dtv)
Nur kurz äußert sich die Rezensentin zu diesem Buch, merkt aber an, dass die Gemeinsamkeiten der Geschichten vor allem in den Beziehungen "zwischen Mensch und Tier bzw. zwischen Mensch und Natur" liegen. Dabei räumt die Rezensentin zwar erzieherische Aspekte ein, doch dies tut ihrer Ansicht nach dem Lesespaß keinen Abbruch. Lediglich das Nachwort des Autors findet sie ein wenig "belehrend".
2.) John Knowles: "Ein anderer Frieden" (Carlsen)
Wurzenberger erwähnt, dass dieses Buch aus den fünfziger Jahren bereits einmal von Uwe Johnson übersetzt worden ist. Die Neuübersetzung durch Hansjörg Schertenleib soll, wie der Leser erfährt, nach Verlagsangaben weniger das Literarische betonen, "sondern stärker den Fluss der Geschichte". Die ist durchaus geglückt, findet die Rezensentin. Das Buch erscheint ihr - wen wundert's - "leichtfüßiger und leichtgewichtiger" als bei Johnson. Doch hat das ihrer Ansicht nach nicht nur Vorteile: Denn erstens sei aus dem Roman durch diese neue Übersetzung erst ein Jugendbuch "gemacht" worden. Und zweitens vermisst sie hier etwas, was sie einen "Schleier" nennt, durch den der sechzehnjährige Protagonist seine Welt und das Leben im Zweiten Weltkrieg in der früheren Übersetzung wahrgenommen hat.