Eine Geschichte von der Industriellen Revolution bis zur Künstlichen Intelligenz
Propyläen Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783549100332 Gebunden, 816 Seiten, 39,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen voin Klaus-Dieter Schmidt. Wie lässt sich eine gerechtere, zukunftsfähige Gesellschaft denken? Diese zentrale Frage beschäftigt Kapitalismuskritiker seit Jahrhunderten. Rasant und gewinnbringend porträtiert John Cassidy die wichtigsten Ideen, die vor 250 Jahren genauso relevant waren wie heute: von der überraschenden Kolonialkritik Adam Smiths über Rosa Luxemburgs sozialistische Utopie bis zu den ökologischen Visionen des indischen Ökonomen J. C. Kumarappa. Ein Buch, das erklärt, warum der Kapitalismus immer wieder neue Krisen produziert und seinen Kritikern immer wieder Argumente liefert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.06.2026
Rezensent Daniel Stähr empfiehlt das Buch des US-Wirtschaftsjournalisten John Cassidy wegen seiner im Vergleich zu anderen Kapitalismusgeschichten speziellen Perspektive und wegen seines mitreißenden Stils. Die Idee, die Geschichte des Kapitalismus entlang seiner Kritiker zu erzählen, findet Stähr fruchtbar, zumal unter den versammelten Kritikerstimmen neben Polanyi, Marx und Engels auch weniger bekannte aus Lateinamerika zu finden sind und Cassidy weibliche Stimmen wie die der Gewerkschafterin Flora Tristan ins Buch aufnimmt. Spannend wird Cassidys Ansatz für den Kritiker vor allem durch die Querverbindungen der Theorien, die der Autor unterhaltsam vermittelt. So kann Cassidy zeigen, dass der franko-ägyptischer Globaliserungskritiker Samir Amin Ideen von Rosa Luxemburg aufgriff, staunt Stähr, der sich hier über eine ausgesprochen lehrreiche Lektüre freut.
Rezensent Martin Hubert empfiehlt das Buch des Wirtschaftsjournalisten John Cassidy als abwägendes Nachschlagewerk der Kapitalismuskritik. Versammelt sind Systemkritiker und Reformer, Frauenrechtler und auch Verteidiger eines bestimmten Kapitalismus wie Milton Friedman, so Hubert. Allen erteilt der Autor das Wort, zeichnet den jeweiligen zeithistorischen Hintergrund, die Phase des Kapitalismus und theoretische Einflüsse, so Hubert. Das alles hat durchaus erzählerische Qualitäten, findet er. Vor allem aber lernt der Leser laut Hubert die großen Linien der Kapitalismuskritik wie auch fast vergessene Kritiker wie die Sozialistin Flora Tristan kennen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.03.2026
Rezensent Benjamin Knödler ist zunächst skeptisch, ob eine Geschichte des Kapitalismus ausgehend von der Kritik am Kapitalismus gelingen kann. John Cassidys Buch überzeugt ihn mit einer Darstellung der vielfältigen Kritikansätze von links wie von konservativer Seite. Von Adam Smith über Marx bis Friedrich Hayek und Anna Wheeler reichen die mal bekannten, mal weniger bekannten Theoretiker, deren Leben und Denken der Autor gut verständlich vorstellt, lobt Knödler. Sichtbar werden dabei für den Rezensenten gewisse Kontinuitäten, wie die Kritik an einer zu großen Nähe zwischen Macht und Kapital.
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