Max Witt kennt sich aus mit erhöhter Geschwindigkeit. Als junger Radrennfahrer gewinnt er völlig unerwartet die Tour de France. Ganz Deutschland hängt sich in seinen Windschatten. Der Bildungsminister erklärt ihn zum Vorbild, sein Tempo sei gut für die Globalisierung. Als später herauskommt, dass er gedopt war, gerät der Radstar in den Strudel des Skandals: aus dem Helden wird ein Ausgestoßener. Die Nation erwartet seine Beichte. Max Witt schweigt lange. Aber jetzt erzählt er seine Geschichte, lakonisch und mit scharfem Blick. Er berichtet vom Abenteuer des Sports, aber auch von gepanschtem Blut. Das Idol, der Liebling a.D., wundert sich über die Heuchelei einer beschleunigten Gesellschaft, die für den Erfolg alle natürlichen Grenzen übertritt.
Die vermehrten Geständnis-Bücher verschiedener Sportler über ihre jeweiligen Dopingeskapaden teilen ein großes Manko, sie sind beinahe alle furchtbar schlecht geschrieben, findet Christof Siemes. Der Journalist Johannes Schweikle hat jetzt Abhilfe geschaffen, berichtet der Rezensent. In seinem Buch "Ausreißversuch" erzählt er die Geschichte eines fiktiven Radsportprofis - der dennoch unverkennbar nach dem Vorbild des Tour-de-France-Siegers Jan Ullrich entworfen ist - und lüftet dramaturgisch gekonnt und in einer glaubhaften Sprache so manches Geheimnis, das die echten Sportler wohl gerne für sich behielten, fasst Siemes zusammen. Und so ist das Buch nicht nur besser geschrieben, sondern auch aufschlussreicher als die tatsächlichen Geständnisse es wohl je sein werden, verrät der Rezensent.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…