Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der Tour de France. Kurt Stöpel war der erste deutsche Radrennfahrer, der es auf das Podium der Tour de France schaffte. 1932 wurde er Zweiter hinter Andre Leducq, dem Superstar jener Jahre. 20 Jahre später hat Kurt Stöpel dann auf Grundlage seiner Tagebuchnotizen einen faszinierenden Erlebnisbericht über jene 4.506 Kilometer durch Frankreich geschrieben, die ihn weltweit bekannt gemacht hatten. Jetzt, mehr als ein halbes Jahrhundert später, erscheint eine reich bebilderte Neuauflage, die dieses einmalige Zeitzeugnis einer neuen Generation von Radsportinteressierten zugänglich macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.07.2004
Alex Rühle hat kräftig mitgezittert bei Kurt Stöpels Erlebnisbericht von der Tour de France des Jahres 1932. Gerade Stöpels häufige Reifenpannen - bei einer Etappe musste er "siebenmal vom Rad steigen "- machten dem Rezensenten zu schaffen: "Wenn er doch... Hätte er bloß... Hat er aber nicht." Und so wurde Kurt Stöpel nur Zweiter hinter seinem Rivalen Andre Leducq. Bis zu Jan Ullrich war dies die beste Platzierung eines Deutschen bei der Tour de France. Allerdings befindet Rezensent Rühle, dass Stöpel in literarischer Hinsicht die Nase ganz klar vor Ullrich und dessen "hagiografischen Wasserträger Hagen Boßdorf". hat. Denn Stöpels Buch ist laut Rühle der "packendste" und "anspruchsvollste Tourbericht, den es von einem ehemaligen Teilnehmer gibt". Dies sei zum Beispiel in den Schilderungen der Natur deutlich, die in Stöpels Bericht "belebt wie im mythisch-homerischen Zeitalter" sei, in Ullrichs "Tunnelblickprosa" jedoch gar nicht erst vorkomme. Ansonsten staunt der Rezensent, wie Stöpel für seine spannenden Tagebuchaufzeichnungen überhaupt Zeit finden konnte, angesichts einer aufreibenden Tour mit "epischen Unwetteretappen", "lebensgefährlichen Abfahrten" und "Hitzeschlachten in den Pyrenäen". Und Rühle freut sich, "was für ein nobles Duell" im Sinne deutsch-französischer Freundschaft Stöpel und Leducq führten. So nutzten sie zum Beispiel einen Ruhetag in den Pyrenäen zum Gespräch über "schöngeistige Dinge" und Leducq verschenkte seinen Siegerstrauß an Stöpels Frau, bemerkend, dass er und Stöpel die Tour gemeinsam gewonnen hätten.
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